„Wieder mal einer der Freitage, an denen wir für unsere Zukunft kämpfen“, begrüßte Sander Frank aus Friedrichshafen die rund 300 Teilnehmer der „Fridays for Future„-Demonstration auf der Hofstatt in Überlingen. Zur groß geplanten Demonstration waren Schüler aus verschiedenen Ortsgruppen wie Ravensburg, Lindau und Konstanz klimafreundlich mit Bahn und Bus angereist.

Die Gruppen zogen vom Busbahnhof zur Hofstatt.
Die Gruppen zogen vom Busbahnhof zur Hofstatt. | Bild: Lorna Komm

Zwar verzögerte sich der Protestmarsch, beginnend am Busbahnhof, um wenige Minuten, da ein Zug etwas Verspätung hatte. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, die Jugendlichen warteten geduldig, sangen und skandierten derweil auf dem Busparkplatz: „Wir sind jung, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Auf der Hofstatt wurde der Demonstrationszug schon von der Band „Lack of Progress“ aus Kluftern erwartet.

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Mitgebrachte T-Shirts bedrucken oder gemeinsam Plakate bemalen

Die Großveranstaltung solle einen Festivalcharakter haben, hieß es bereits in der Vorankündigung. Es gab Infostände, die Teilnehmer konnten mitgebrachte T-Shirts bedrucken oder gemeinsam Plakate bemalen. Verschiedene Klassenstufen der unterschiedlichen Schulen hatten Vorträge zum Thema „Öffentlicher Nahverkehr“, dem Schwerpunkt der jüngsten Veranstaltung, vorbereitet. Der Tenor der Reden: auf Flüge, insbesondere Kurzstreckenflüge, verzichten und alternativ mit Bus und Bahn fahren. Fahrrad fahren oder Carsharing wurde ebenfalls als klimafreundlich empfohlen.

Die Band „Lack of Progress“ aus Kluftern heizte musikalisch ein.
Die Band „Lack of Progress“ aus Kluftern heizte musikalisch ein. | Bild: Lorna Komm (lko)

Die Problematik der Elektroautos griff Mitorganisator Jakob Bosse auf:„Wir haben nicht genug Ressourcen, um jedes herkömmliche Auto in ein elektrisch betriebenes umzuwandeln“, sagte der Schüler der Waldorfschule. Der Abbau von Silicium und auch die Nutzung von Atomstrom seien dabei nicht klimafreundlich.

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Auch Senioren sind mit dabei

Unter den Teilnehmern waren auch einige Senioren. Eine Besucherin aus Freudenstadt erzählte, dass sie sich dort für „Grandparents for Future“ engagiere. Schon öfter in Überlingen mit dabei war auch Richard Klaus aus Sindelfingen. In seinem Heimatort werde leider nicht demonstriert, ob es an der ansässigen Autoindustrie oder an der Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart liege, könne er nicht genau sagen. Deshalb finde er es umso eindrucksvoller, was im kleineren Überlingen auf die Beine gestellt werde.„Hier aus der Hofstatt herrscht eine tolle Atmosphäre, ich bin immer mit dabei“, sagte er. Als Symbol für seine Sympathie mit den jungen Demonstranten trägt er ein T-Shirt mit „Fridays for Future„-Aufdruck.

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Zusammenarbeit in der Region sehr vorbildlich

Ebenfalls immer dabei ist Christoph Meyer. Der Waldorfschüler befürchtet, dass es in zehn bis 15 Jahren mit dem Klima noch schlimmer sein wird. „Ich bin regelmäßig auf den Demonstrationen, um mich für den Klimaschutz zu engagieren“, sagt er.

Demonstrierende Senioren: eine „Grandparents for Future“-Aktivistin aus Freudenstadt mit Richard Klaus aus Sindelfingen.
Demonstrierende Senioren: eine „Grandparents for Future“-Aktivistin aus Freudenstadt mit Richard Klaus aus Sindelfingen. | Bild: Lorna Komm (lko)

„Es hätten mehr Teilnehmer sein können, aber ich bin froh um jeden, der da ist“, bilanziert Karol Roller, einer der Hauptorganisatoren der Überlinger. Der Zusammenhalt der Gruppen im Bodenseekreis sei super, meint er. Sander Frank fügt an, dass die Zusammenarbeit in der Region sehr vorbildlich sei. Die Überlinger und die Friedrichshafener Gruppe würden die Termine absprechen, sodass nie gleichzeitig gestreikt werde. Die Ortsgruppen seien gut vernetzt und erarbeiten Forderungen gemeinsam. Auch in den Sommerferien werde es gemeinsame Aktionen geben. „Das Klima macht auch keine Pause“, sagt Frank.

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