Wenn die Shuffle Boat Party auf dem Bodenseeschiff „Schwaben“ steigt, dann lassen es sich insbesondere zahlreiche Einheimische nicht nehmen, mit bei der Sause auf dem See zu sein. So auch am Wochenende: 550 Passagiere waren es, die bei Sommerwetter an Bord des 1937 erbauten Schiffes gingen, welches durch seine anheimelnde Bordatmosphäre als Geheimtipp unter Schiffsliebhabern gilt.

Jürgen Herr, Bandleader der „Mississippi Steamboat Chickens“, hatte zum vierten Mal zur rund vierstündigen Schiffsparty insbesondere auf dem Untersee geladen, die als Nachfolgeveranstaltung der Dixie- und Oldie-Party gilt und vom SÜDKURIER als Medienpartner begleitet wurde. „Genießen Sie die schöne Landschaft, die Gespräche und die Musik. Für jeden Geschmack ist etwas dabei“, hatte Herr zu Beginn des Konzerts gesagt, und sollte damit voll ins Schwarze treffen.

Bevor die Mississippi Steamboat Chickens auf dem Oberdeck spielten, ließen sie zur Einstimmung schon Dixie-Töne erklingen, als die Gäste auf das Motorschiff „Schwaben“ eincheckten.
Bevor die Mississippi Steamboat Chickens auf dem Oberdeck spielten, ließen sie zur Einstimmung schon Dixie-Töne erklingen, als die Gäste auf das Motorschiff „Schwaben“ eincheckten. | Bild: Kleinstück, Holger

Denn musikalischer Garant für die ganz besondere Laune auf dem Kursschiff der Weißen Flotte waren die drei Musikkapellen. Zum einen die „Mississippi Steamboat Chickens“, die auf dem Oberdeck spielten. Ihr Repertoire reichte vom Dixie über New Orleans Jazz bis zu Blues und Swing. An Bord befand sich viel Fanpublikum, das die Titel, die die „Chickens“ spielten, bereits sehr gut kannte und immer wieder gern Applaus spendete. „Die Musiker sind Virtuosen ihres Instruments“, erkannte Dietmar Kolberg aus Überlingen.

Die vierköpfige Band Billy Bob and the Buzzers entführte auf dem Hauptdeck in eine wilde Dekade der Musikgeschichte: Rock‘n‘Roll und Rockabilly-Beats begeisterten.
Die vierköpfige Band Billy Bob and the Buzzers entführte auf dem Hauptdeck in eine wilde Dekade der Musikgeschichte: Rock‘n‘Roll und Rockabilly-Beats begeisterten. | Bild: Kleinstück, Holger

Das Trio Cajon aus Frankenthal, das zum ersten Mal mit dabei war, sorgte für viel Stimmung auf dem Sonnendeck. Mitgebracht hatte es gecoverte aktuelle Songs und Evergreens, aber auch mitreißende eigene Stücke. Sängerin Sigrun Schumacher, die mit Charme, Charisma und ihrer Stimme die Sympathien der Zuhörer schnell gewann, zeigte sich begeistert. „Die Stimmung ist wunderbar und einfach toll. Die Leute kommen nicht ohne Grund wieder zu dieser Party. Wir sind warmherzig aufgenommen worden im Kreis der Stammgäste“, freute sie sich. Und: „Wir kämen gerne wieder.“

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Premiere feierte auch die zweite Gastformation: Zur mitreißenden Musik der vierköpfigen Band „Billy Bob and the Buzzers“ auf dem Hauptdeck tauchten die Gäste in das pulsierende Lebensgefuhl einer wilden Dekade der Musikgeschichte ein: Ungezähmter Rock‘n‘Roll, schweißtreibende Rockabilly-Beats und pomadendurchtränkte Schnulzen – dazu eine geniale Show des Sängers und Keyboarders Billy Bob Lewis alias Sebastian Schnitzer. „Von der ersten Sekunde an haben die Leute zu unserer Musik getanzt. Eine breite Altersschicht ist auf Rock‘n‘Roll abgefahren. Und das ist schließlich auch unser Ziel“, hob er schweißgetränkt hervor.

Wer die Party verpasst hat, darf sich aufs nächste Jahr freuen. Denn Jürgen Herr will wieder mit dem „Dixie-Schiff“ in See stechen.

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„Die Fahrt hat sich etabliert“

Organisator Jürgen Herr zur Faszination der „Shuffle Boat Party“

Was macht für Sie den Reiz der Veranstaltung aus?

Zum einen Live-Musik zu bieten mit unterschiedlicher Coulheur. Zum anderen soll es eine niveauvolle Veranstaltung sein, bei der sich viele Überlinger treffen. Es ist wie eine große Familie. Aber es kommen auch Leute von weiter her. Das Flair auf dem See ist einfach schön. Jeder kann sich bewegen, sich unterhalten oder tanzen. Ich freue mich, Leute mit der Party glücklich machen zu können, das tut mir auch gut.

Wie viele Gäste waren anwesend?

550 Personen, das Schiff war ausverkauft, obwohl es noch über mehr Plätze verfügt. Aber man muss auch an schlechtes Wetter denken. Viele haben beim Vorverkauf keine Karten mehr erhalten und angeblich haben sich sogar Dramen abgespielt, indem um Karten gestritten wurde.

Geht die Sause auf dem See weiter?

Ja, ganz sicher. Die Fahrt hat sich etabliert. Ich möchte es solange machen, wie ich es kann. Dank muss ich Hauptsponsor Peter Kluthausen zollen. Denn die Veranstaltung ist nicht kostendeckend, die Karten müssten eigentlich mehr kosten. Ich möchte es aber nicht überreizen. Es geht nicht darum, einen Gewinn zu erzielen, sondern die Leute sollen sich wohl fühlen, eine tolle Stimmung und Niveau haben.

Fragen: Holger Kleinstück