Ein einmaliges Gastspiel mit dem "Tatort"-Star Christine Urspruch ("Alberich") und der Sängerin und Schauspielerin Elisabeth Ebner beschert dem Sommertheater ein ausverkauftes Haus. Musikalisch begleitet von Florian Thunemann, präsentieren die Beiden den begeisterten Überlingern einen musikalisch-literarischen Abend mit dem Titel "Frauen. Leben. Liebe." Mit ihrem selbst zusammengestellten Programm treten sie erst das zweite Mal auf, Premiere feierten sie 2017 bei den Festspielen Wangen, die dieses Jahr das gesamte Sommertheater bespielen. Urspruch wohnt in Wangen und auch Ebner lebt im Allgäu.

Elisabeth Ebner ist eine vielbeschäftigte Musicaldarstellerin.
Elisabeth Ebner ist eine vielbeschäftigte Musicaldarstellerin. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Das Bühnenbild erinnert an ein Bistro, an den Wänden stehen in Kreideschrift, statt Menüs, provokant sexistische Sprüche, die die Rollen von Männern und Frauen, zumeist zu Ungunsten Letzterer, festzurren. Zum Beispiel: "Wenn Männer sich mit ihrem Kopf beschäftigen, heißt das Denken, wenn Frauen das Gleiche tun, heißt das Frisieren." Diese Macho-Parole widerlegen Urspruch und Ebner gleich mit ihrer ersten Lesung, Auszügen aus dem Briefwechsel der Dichterinnen Nelly Sachs und Hilde Domin, die sich klug und herzlich über Dichtung, Leben und Freundschaft austauschten.

Zwei starke Frauen und ein Pantoffelheld

Gesanglich startet Ebner, eine vielbeschäftigte Musicaldarstellerin, stimmgewaltig mit einer langsamen Interpretation von Cyndi Laupers "Time after Time". Thunemann, der für die zwei starken Frauen in kurzen Hosen und Einhorn-Puschen scherzhaft den modernen Pantoffelhelden gibt, spielt dazu hervorragend Gitarre. Damit hat sich das Trio bestens eingeführt und mit einem wohl abgestimmten Potpourri aus ernsten und heiteren Tönen fahren sie fort.

Publikum applaudiert frenetisch

Dazu zählen Gedichte, zum Beispiel von Ingeborg Bachmann und Erich Kästner, sowie eine dramatische Gretchen-Arie ebenso wie die tragikomischen Ausbrüche einer Ehefrau von Christine Nöstlinger, Liebes-Chansons, der Dialog zwischen strenger Gesangslehrerin und Schülerin, Anweisungen für eine gute Ehefrau, angeblich 1955 erschienen, oder gar eine Ode an den alternden Körper. Das Publikum applaudiert frenetisch und klatscht noch zwei Schlaflieder als Zugabe heraus.