Nicht nur CDU-Sprecher Günter Hornstein und seine Fraktion machen sich inzwischen Sorgen um die planmäßige Realisierung des Geländes für die Landesgartenschau. Im Rahmen seiner Ausführungen zum aktuellen Haushalt ("Beim Blick in den Haushalt erfreut einen hier die Zuschusssituation") hob Hornstein die Investitionen der Stadt für die Gartenschau hervor und zitierte Kämmerer Stefan Krause – "besser kann man es nicht formulieren" – aus dem Vorbericht zum Etat: "Der Stadt bietet sich hier eine historisch einmalige Chance, um bei einer optimalen Zuschussausnutzung eine Vielzahl von Problemstellungen nachhaltig zu lösen." In nur einem Satz sei hier alles gesagt.

Umso mehr schmerze es, erklärte Hornstein, wenn man die Ausführung von LGS-Geschäftsführer Roland Leitner im SÜDKURIER vom 25. Januar lese und sehe, dass "durch gerichtliche Auseinandersetzungen diese historische Chance eventuell vertan wird". Der CDU-Gemeinderat weiter: "Ich nehme die warnenden Worte von Herrn Leitner ernst, dass die Landesgartenschau in Gefahr ist, wenn wir uns auf diese gerichtliche Auseinandersetzung einlassen müssen." Mit einem eindringlichen Appell wandte sich Hornstein an die Kritiker. Nachdem alle Initiatoren von BÜB sagten, sie wollten die Landesgartenschau 2020 auch, sei es die Frage, "ob jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, sich den mahnenden Worten von Herrn Leitner anzuschließen und diese gerichtliche Auseinandersetzung zu verhindern, um bei Abwägung dessen, was auf dem Spiel steht, die Landesgartenschau 2020 verlässlich durchführen zu können."

Der beipflichtende Applaus rund um den Ratstisch machte deutlich, dass die ganz große Mehrheit des Gremiums diese Position teilt. Konkret bekräftigte dies Gemeinderätin Marga Lenski (LBU/Grüne) in Gesprächen nach der Sitzung. "Ich mache mir tatsächlich große Sorgen, dass das ganze Projekt scheitern könnte, wenn es zu einem langwierigen Rechtsstreit kommen sollte."

Die BÜB mit derlei Forderungen zu konfrontieren und jetzt auf den Zeitdruck zu verweisen, findet deren Sprecher Dirk Diestel "nicht fair". Zum einen habe die Initiative die Zeitverzögerung nicht verursacht, sondern selbst lange auf die Begründung der Stadt zur Ablehnung des Bürgerbegehrens warten müssen. Zum anderen sei auf der Homepage der Landesgartenschau Überlingen ein Baubeginn im östlichen Bereich des Ufers erst ab Oktober vorgesehen. Selbst bei einem Erhalt der Platanen müsse die Gartenschau deshalb noch lange nicht scheitern. "Man kann doch aufeinander zugehen", glaubt Diestel immer noch. Vom Petitionsausschuss erwarte sich die BÜB zwar ohnehin nicht viel, doch zumindest einen Appell zu einem gemeinsamen Gespräch. Daher er sehe er im Moment überhaupt keinen Grund dafür, "der OB auf diese Weise ein Abschiedsgeschenk zu machen".