Bei der Aufführung des Kinderzirkus‚ „Faustino“ hieß es: „Einsteigen, zurücklehnen und genießen.“ Der Faustino-Express nahm sein Publikum im Großen Saal der Waldorfschule in Überlingen mit auf eine Reise in die farbenfrohe Welt des Zirkus. Ferne Länder und atemberaubende Akrobatik brachten nicht nur die Besucher, sondern auch die Zugreisenden zum Staunen.

Show mit musikalischer Untermalung

Zu Beginn der Aufführung stürmten die Clowns auf die Bühne und im Publikum begannen Kindergesichter zu strahlen. Musikalisch untermalt wurde das bunte Treiben in der Manege von dem Zirkus-Orchester, das für jeden Halt des Zuges die passende Melodie parat hatte.

Großen Applaus ernteten die jungen Akrobaten für ihre Pyramiden.
Großen Applaus ernteten die jungen Akrobaten für ihre Pyramiden. | Bild: Christiane Hartung

Nach einem lustigen Ballspiel blieb jedoch ein Clownmädchen zurück, das eine unerwartete Reise antrat. Für die zwölfjährige Clara Scharr war diese Rolle eine besondere Herausforderung: „Ich darf die Hauptrolle spielen und sitze während der gesamten Aufführung auf der Bühne im Zug.“ Seit der vierten Klasse trainiert sie schon im „Circus Faustino“ und fieberte auch bei ihrer dritten Aufführung bei jedem Auftritt ihrer Mitstreiter mit. Insgesamt 75 Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren zeigten ihr Können beim Seiltanz, bei der Jonglage und weiteren Disziplinen. Beim ersten Halt des Faustino-Expresses in Überlingen warteten Jongleure auf die Zugfahrer, die gebannt die schwingenden Keulen, Reifen und Bälle verfolgten, die von Hand zu Hand wanderten.

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Vom Bodensee ging es über die Alpen, wo Alphorn und Stelzenläufer auftraten, bis in wärmere Gefilde nach Spanien. Neben Strandakrobaten gaben auch Straßenkünstler mit Diabolos ihr Können zum Besten. An jedem Halt stiegen neue Gäste in den Zug. Seiltänzer, Clowns und Gespenster erfüllten den Zug mit Leben.

Am Ende der Reise angelangt, erlebte das Publikum einen besonderen Höhepunkt. Mit ihrer Akrobatikvorführung am Seil erntete Clara Botros tosenden Applaus. Die 17-Jährige gehört zum Team der Trainer, die wöchentlich mit den Kindern üben.

Clara Botros schwang sich am Seil in schwindelerregende Höhen.
Clara Botros schwang sich am Seil in schwindelerregende Höhen. | Bild: Christiane Hartung

„Ich bin jedes Mal erstaunt, wie aus einer Idee eine Aufführung entsteht, bei der alle einsteigen und dabei sind“, so Johannes Hermann. Gemeinsamt mit Irmgard Kraul koordiniert er als ausgebildeter Zirkuspädagoge die Aufführungen und führt die einzelnen Abteilungen des Zirkus‘ zusammen. „Kinder erleben bei uns echte Herausforderungen und wachsen daran“, so Irmgard Kraul.

Erste Bühnenerfahrungen prägen

Diese Erfahrung machte Übungsleiterin Nadja Fürst auch. Als sie mit zehn Jahren im Zirkus ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte, stellte sie schnell fest, dass sie mit ihrem Können das Publikum beeindrucken konnte: „Wenn ich etwas will, kann ich das auch.“ Ein wahres Happy End erlebte auch das kleine Clownmädchen, denn am Ende traf sie natürlich ihre Freunde wieder und berichtete von ihrer Reise ins Ungewisse.

Allerhand Schabernack trieben die Clowns auf der Bühne.
Allerhand Schabernack trieben die Clowns auf der Bühne. | Bild: Christiane Hartung
Von Höhenangst keine Spur – die Seiltänzerinnen schwangen sich übers Seil.
Von Höhenangst keine Spur – die Seiltänzerinnen schwangen sich übers Seil. | Bild: Christiane Hartung
Rasant ging es in der Manege beim Auftritt der Einräder zu.
Rasant ging es in der Manege beim Auftritt der Einräder zu. | Bild: Christiane Hartung
Beim Spiel mit dem Diabolo war Geschick gefragt.
Beim Spiel mit dem Diabolo war Geschick gefragt. | Bild: Christiane Hartung