Überlingen – Große Erdbewegungen sind beim Umbau des Anschlusses Burgberg und auf der Trasse für die künftige B-31-neu bereits im Gange und sichtbar. Die Sperrung der Auffahrt in Richtung Aufkirch macht manchem Autofahrer noch zu schaffen, der Schwenk auf die provisorische Trasse in Fahrtrichtung Stockach irritiert andere, die nach Überlingen ausfahren wollen. Anfang kommender Woche will das Regierungspräsidium Tübingen nun entscheiden, ob Teile des Schwerlastverkehrs zumindest in einer Fahrtrichtung auf das Teilstück zwischen Tierheimkreuzung und Anschluss Burgberg geleitet werden können.

Noch nicht zu erkennen ist im Moment vor Ort, wie der Burgberg und der künftige Stadtring an die neue Straße angedockt werden und wie die direkte Verbindung zwischen Burgberg und Gewerbegebiet Oberried aussehen wird. Der Anschluss der Gemeindestraßen Burgbergring und Zur Weierhalde liegt dabei in der Verantwortung der Stadt. Hatte die ursprünglich von der Kommune in Auftrag gegebene Planung dafür noch drei Brückenbauwerke vorgesehen, von denen eines die Stadt hätte finanzieren müssen, so legte das Regierungspräsidium Tübingen Ende vergangenen Jahres eine Optimierung der Anschlüsse vor. "Sie ersparen der Stadt auch noch Kosten von rund 600 000 Euro", hatte Helmut Köberlein vom Tiefbauamt dem Gemeinderat Anfang des Jahres dargelegt.

Lediglich eine Brücke

Die Lösung, die nun realisiert wird, sieht lediglich eine Brücke vor, die die neue B-31-Trasse rechtwinklig kreuzt und zwei Kreisverkehre verbindet, ähnlich der Situation zwischen Andelshofer Weiher und Kogenbach, allerdings wesentlich kürzer ist. "Die gewählte Variante der Brücke mit einem Kreuzungswinkel von 90 sowie dem Wegfall der städtischen Brücke ist die gesamtwirtschaftlich beste Lösung", hatte Köberlein erklärt und der Gemeinderat hatte dem gerne zugestimmt.

Vom Burgbergring wird eine neue Straße westlich der beiden einzigen Wohngebäude erstellt, aus der provisorischen Verbindung, die östlich davon zu der Kleingartenanlage führt, wird künftig eine Sackgasse werden. Der neue Anschluss des Burgbergs mündet auf einen Kreisverkehr südlich der neuen B 31, der geografisch und topografisch exakt auf Höhe der aktuellen B-31-Brücke liegt. Um das zu realisieren, muss vom Burgbergring aus eine Rampe angeschüttet werden, wo im Moment die Anschlussschleife liegt. In den Kreisverkehr münden die alte B 31 als künftiger Stadtring von Westen und die Auffahrt zur B-31-neu in Richtung Friedrichshafen.

Vorbereitet wird schon die Gemeindestraße "Zur Weierhalde" zwischen Waldrand und Autohaus.
Vorbereitet wird schon die Gemeindestraße "Zur Weierhalde" zwischen Waldrand und Autohaus. | Bild: Hanspeter Walter

Kreisverkehr zwischen Waldrand und Autohaus Graf Hardenberg

Nach Norden führt eine Brücke über die B-31-neu hinweg zum zweiten Kreisverkehr zwischen Waldrand und Autohaus Graf Hardenberg. Hier münden lediglich die Abfahrt der neuen B 31 aus Richtung Friedrichshafen ein und die Gemeindeverbindungsstraße "Zur Weierhalde" die am Waldrand entlang zur derzeitigen HEM-Tankstelle und zum Einkaufszentrum "La Piazza" führen wird. Insbesondere für die Bewohner des Burgbergs wird die neue Straßenführung in Richtung Gewerbegebiet Oberried ab 2020 eine elegante Abkürzung und ein echter Gewinn sein. Schließlich mündet die Weierhalde auch in die L 200a in Richtung Salem und indirekt auch in die L 200 in Richtung Lippertsreute und Frickingen.

Gemessen am Planfeststellungsprozedere konnte diese Optimierung des Anschlusses erstaunlich unbürokratisch in die Wege geleitet werden. Auch wenn dazu vom Gemeinderat eine wesentlich komplizierter klingende "Absehensentscheidung gemäß § 74 Abs. 7 Verwaltungsverfahrensgesetz". Der zuvor aufgestellte städtische Bebauungsplan "Verbindungsstraße zur Weierhalde" konnte so per Beschluss einfach aufgehoben, die Planung ohne weiteres Genehmigungsverfahren an das Regierungspräsidium übertragen werden.

Bild: Schönlein, Ute