Überlingen – Ein gemütlicher Ausflug zum Shoppen nach Überlingen? Mal kurz zum romantischen Abendessen bei Sonnenuntergang? Das war bislang auch über den Wasserweg möglich. Seit dieser Saison allerdings nicht mehr, denn die beiden mobilen Anlegestellen direkt an der Überlinger Promenade, die vor allem in der Hochsaison sehr stark genutzt wurden, gibt es nicht mehr. Durch Wellengang und Wind wurden sie beschädigt und waren nicht mehr verkehrssicher – deshalb wurden die Anlagen im Winter abgebaut. Allerdings sollte dieses Problem bereits vor Beginn der Saison 2018 gelöst sein.

"Nicht mängelfrei und abnahmefähig"

„Nachdem beide Steganlagen von der beauftragten Firma nicht mängelfrei und abnahmefähig bis zum ersten Quartal 2018 hergestellt werden konnten und zusätzlich noch durch Sturmereignisse zerstört wurden, befindet sich die Stadt Überlingen mit dem Auftragnehmer im Rechtsstreit“, teilt die Stadt Überlingen auf SÜDKURIER-Anfrage mit. So entstand die Situation, dass man nun nicht mehr so einfach anlegen kann.

Auf der Luftaufnahme der Überlinger Promenade sind die mobilen Steganlagen ganz links und rechts zu sehen.
Auf der Luftaufnahme der Überlinger Promenade sind die mobilen Steganlagen ganz links und rechts zu sehen. | Bild: Archiv

Eine Alternative, denken offensichtlich einige Bootsführer, sei der Steg der Bootsvermietung Strobel. „Seit der Steg weg ist, kommen am Tag bis zu zehn Boote, die bei uns anlegen wollen oder nachfragen, wo man anlegen kann“, berichtet Inhaber Markus Strobel. „Bei uns kann man natürlich nicht anlegen, weil bei uns bis zu 18 Boote gleichzeitig auf dem See sind, die jederzeit anlegen können müssen.“ Deshalb müsse er die Auskunft geben, dass man an der Überlinger Promenade nicht mehr anlegen könne.

Manche Bootsführer sind uneinsichtig

Es komme auch immer wieder vor, dass es sich Bootsführer uneinsichtig zeigen, sagt Strobel. „Das kann dann ganz schön nerven“, so der Bootsvermieter weiter. „Vor allem, wenn man dann noch als unkooperativ und unfreundlich beschimpft wird.“ Für die Bootsvermietung Strobel hat sich die Situation an der Promenade in diesem Jahr definitiv verschärft. „Ich fände es super, wenn die mobilen Steganlagen so schnell wie möglich wieder installiert werden würden“, betont Markus Strobel. Er berichtet außerdem, dass die Anlagen sehr gut genutzt wurden. Vor allem in der Hochsaison seien abends oft alle Plätze belegt.

Hier ist die Steganlage der Bootsvermietung Strobel zu sehen. Direkt an der Promande fehlt allerdings die mobile Anlegestelle für private Boote.
Hier ist die Steganlage der Bootsvermietung Strobel zu sehen. Direkt an der Promande fehlt allerdings die mobile Anlegestelle für private Boote. | Bild: Jäckle, Reiner

Auch heute noch kommen immer wieder Bootsführer und wollen über den Seeweg in die Stadt. Eine von ihnen ist Petra Giess aus Wallhausen. „Wir sind immer sehr gerne abends nach der Arbeit zum Abendessen nach Überlingen gefahren“, berichtet sie. „Leider ist das seit diesem Jahr nicht mehr möglich.“ Deshalb seien die Besuche in der Stadt auch deutlich seltener geworden.

Die Stadt Überlingen möchte diesbezüglich auch so schnell wie möglich reagieren. „Es ist vorgesehen, so schnell wie möglich die beiden Steganlagen zu errichten“, lässt sie verlauten. „Ein konkreter Zeitpunkt hierfür kann allerdings auf Grund des laufenden Verfahrens nicht benannt werden.“ Allerdings soll vonseiten der Verwaltung im Rahmen der Haushaltsplanungen 2019 der Vorschlag gemacht werden, erneut Mittel für den Neubau einzustellen, um unabhängig vom Ausgang des Rechtsstreits handlungsfähig zu sein.

Hoffen auf das kommende Jahr

Der momentanen Situation bei der Bootsvermietung Strobel nutzt das auf die Schnelle nichts. Genauso wenig den zahlreichen Besuchern, die über den Seeweg mit ihren Booten nach Überlingen kommen wollen. Sie können nur auf das kommende Jahr hoffen und dass es dann wieder die Möglichkeit geben wird, mit dem Boot an zwei mobilen Stegen direkt an der Überlinger Promenade anlegen zu können.

Update:

Nachdem der SÜDKURIER über das Fehlen der beiden mobilen Steganlagen an der Uferpromenade berichtet hat, gibt es mittlerweile neue Entwicklungen: Im Streitfall mit der beauftragten Firma, die nicht wie vereinbart rechtzeitig zum Saisonstart neue Anlagen geliefert hatte, habe die Firma nun eingelenkt. Das teilt die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme mit. Die Steganlage am Zeughaus wurde am vergangnen Mittwoch instandgesetzt und ist seit Donnerstag wieder nutzbar. Zudem habe die Firma mitgeteilt, dass auch die Steganlage bei der Baresel-Insel nach dem Urlaub im September instandgesetzt werden soll, so die Stadt.