Gemeinsam geht es besser, sagt man. Und das dachte auch der Förderverein Sommertheater Überlingen, als er schon vor einigen Wochen Kontakt zu der jungen „Fridays for Future“-Gruppe aufnahm, auf den Inhalt des lebendigen Abendstücks „Make your heart feel again“ hinwies und den Aktivisten einige Eintrittskarten reservierte.

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Doch die scheinen sich auf der Straße wohler zu fühlen als in einem zeitkritischen Theaterstück, wo sie später am Abend im Pfarrsaal vergeblich gesucht wurden.

„Mit dem Demonstrieren allein ist es nicht getan“

Thomas-Michael Becker, Vorsitzender des Fördervereins Sommertheater Überlingen, wollte sie in seiner Begrüßung ausdrücklich willkommen heißen, doch kein einziger der jungen Bewegung war im Publikum. „Ich fand das schon schade“, sagt Becker im Nachhinein. „Mit dem Demonstrieren allein ist es nicht getan. Man muss auch lernen, sich mit anderen zu verbünden.“

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Ansonsten zieht Becker angesichts des neuen Ortes und des kurzen Programms ein positives Fazit. Von der Qualität des Gastspiels von Florian Hackspiel und dem Theater Melone zeigte er sich sehr angetan: „Es war ein kraftvolles und sehr aktuelles Theaterstück mit drei hervorragenden Schauspielerinnen.“ Man habe gemerkt, dass das Stück vom Regisseur mit den Akteurinnen entwickelt worden sei.

Alle drei Abende waren nahezu ausverkauft

Becker: „Durch die hohe Geschwindigkeit und große Faktendichte kam nie das Gefühl des erhobenen Zeigefingers auf. Alle drei Abende waren nahezu ausverkauft. Mitreißend war für Becker auch das kurzweilige Familienstück „Alice“, das allerdings nur eine Auslastung von rund 50 Prozent gehabt habe. „Hier tun wir uns noch schwer, das Publikum zu mobilisieren“, sagt Becker. Dies sei im Vorjahr ähnlich gewesen.

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Mit den Einnahmen aus den Eintritten und der Unterstützung der Sponsoren werde man wohl gerade „so etwa hinkommen“, sagt Becker. Genaue Zahlen könne er noch nicht nennen. Möglicherweise müsse der Verein noch einen gewissen Betrag aus den Mitgliedsbeiträgen zuschießen.

Im kommenden Jahr kein Sommertheater geplant

Für das kommende Jahr sei „im Moment nichts geplant“, erklärt Thomas-Michael Becker. Zum einen sei die Seebühne bei der Landesgartenschau schon lange ausgebucht gewesen, zum anderen gebe es zahlreiche Veranstaltungen zum Stadtjubiläum. Daher ist er schon gespannt auf die mögliche Rückkehr in die ehemalige Kapuzinerkirche 2021, für die die Stadt ein neues Nutzungskonzept vorlegen will.

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„Wir wissen nicht, ob es schon konkretere Überlegungen gibt“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. Bisher sei ihm noch nichts zu Ohren gekommen, erklärt Becker und fügt hinzu: „Wir würden gerne mitdenken.“

Förderverein braucht Zusage der Stadt

Vor allem aber müsse der Förderverein Sommertheater Überlingen im Sommer 2020 von der Stadt eine schriftliche Zusage über die Nutzungsmöglichkeiten und die zur Verfügung stehende Ausstattung bekommen, um mit Partnern verhandeln zu können.