Acht Jahre, nachdem sie sich auf der Flucht aus ihren Heimatländern auf Zypern kennengelernt hatten, ist die Beziehung eines 36-jährigen Mannes und einer 37-jährigen Frau im Mai 2017 im westlichen Bodenseekreis am Streit um einen 500-Euro-Schein gescheitert.

Raub in minderschwerem Fall

Für den Mann fand die Geschichte jetzt mit einer Verurteilung wegen Raubes in einem minderschweren Fall vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Konstanz ein Ende. Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage soll er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Ehe nach deutschen Recht nicht anerkannt

Das Paar hatte im Jahr 2009 in Sri Lanka nach muslimischem Ritus geheiratet. Da diese Ehe in Deutschland nicht anerkannt wird, wurden beide nach ihrer Einreise 2013 als Asylsuchende getrennt untergebracht. Der Mann lebt seither in Passau, die Frau am Bodensee. Die Fernbeziehung wurde durch gelegentliche gegenseitige Besuche aufrechterhalten. Dafür gab es eine Sondergenehmigung, denn Asylsuchende dürften ihre Standorte normalerweise nicht verlassen.

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Frau erleidet Rippenprellungen und weitere Verletzungen

Als der Mann seine Partnerin im Mai 2017 besuchte, gab es eine handgreifliche Auseinandersetzung, bei der der 36-Jährige seine Frau mit Schlägen zu Boden brachte, ihr den 500-Euro-Schein entriss und zu seiner Geliebten nach Passau fuhr. Die Frau erlitt dabei eine Rippenprellung und weitere Blessuren. Auch sein Mandant sei verletzt worden, als heißes Wasser über ihn gegossen worden sei, machte der Verteidiger geltend.

Beim ersten Raub ruft Frau die Polizei und bekommt ihr Geld zurück

Mit Hilfe einer Dolmetscherin berichtete die 37-Jährige, wie ihr Mann ihr damals sogar zwei Mal den Geldschein entrissen hatte. Schon nach dem ersten dieser beiden Vorfälle habe sie die Polizei gerufen. Den Beamten gegenüber behauptete ihr Mann, das Geld gehöre ihm. Ermittlungen ergaben aber, dass es sich um Ersparnisse der Frau handelte. Sie bekam ihr Geld zurück und dem 36-Jährigen wurde ein Platzverweis erteilt.

Mann nimmt ihr den Geldschein ein zweites Mal ab

Als er danach trotzdem wieder bei ihr auftauchte, angeblich um sich zu entschuldigen, ließ sie ihn herein. Sie liebe ihn immer noch, meinte sie weinend vor Gericht. Die Frau erklärte, sie habe verlangt, dass der Mann die in Passau geknüpfte Beziehung zu einer jüngeren Frau sofort beenden solle. Im Laufe dieses Streits habe er ihr den 500-Euro-Schein wieder mit Gewalt entrissen. Dabei sei kochendes Wasser aus einem Topf auf ihn gespritzt, den sie in der anderen Hand gehalten habe, um Tee aufzugießen. Daraufhin habe er sie getreten, geschlagen und zu Boden gestoßen. Anschließend sei er mit ihrem Geld weggelaufen.

Paar hat mittlerweile keinen Kontakt mehr

Der 36-Jährige äußerte sich zunächst nicht zu den Tatvorwürfen. Später erklärt er, seine Frau sei grundlos eifersüchtig gewesen. Er habe mit ihr eine gemeinsame Zukunft geplant. Dafür habe man Geld angespart. Eine Eheschließung nach deutschem Recht sei aber bislang nicht möglich gewesen, weil er seine Papiere in Griechenland verloren habe. Mittlerweile hat das Paar keinen Kontakt mehr. Beide arbeiten in der Gastronomie, er in Passau, sie in der Region.