„Willkommen! Bienvenue! Welcome!“ Mit dem Willkommensgruß aus dem Musical Varieté, stilecht mit roter Nelke im Knopfloch, begrüßte der Hausherr singend, swingend sein Publikum. Raimund Wilhelmi freute sich über den restlos vollen Saal in der Buchinger Klinik und räumte die Bühne alsdann für „die Ladys“, ein Swingtrio aus Berlin. Luise, Hellen und Heidelinde ließen in getupften Petticoats keinen Zweifel daran aufkommen, was gleich geboten würde. Die Andrew Sisters, die erste Girlgroup der Welt, so die Ladys, haben es ihnen besonders angetan, und so hatten sie gleich mehrere Titel der von 1932 bis 1966 aktiven US-amerikanischen Ladys im Programm, quasi ihren Vorbildern, wie sie sie bezeichneten. „Bei mir bist du schön“, wohl der bekannteste Song der Andrew Sisters, durfte ebenso wenig fehlen wie Gene Kellys und Fred Astaires „Wonderful“.

Das Publikum kannte die Songs und so mancher dachte wohl mit Wehmut an längst vergangene schöne Zeiten. Unbeschwert, ein wenig naiv, eben genau wie die Textzeilen in „Mr. Postman“, der endlich den Brief des Liebsten bringen soll. Zeitgemäß sangen die Ladys später vom „Google-Spion“ und holten das Publikum in die Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts zurück. Power gab es mit dem „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley. Den unter anderem durch Sammy Davies Junior bekannt gewordenen Welthit „Mr. Bojangles“ brachten die Ladys gleich zweimal auf die Bühne, einmal noch als Zugabe, so gut gefiel der Song dem Publikum.

Das von Kurt Weil vertonte Bert-Brecht-Stück „Mackie Messer“ sollte den vielen amerikanischen Gästen des Abends den deutschen Charakter der Swing-Ära näher bringen – an der Lautstärke des Beifalls gemessen, war dies gelungen.

Mit dem Titel „Morgenmuffel“ brachten die Ladys einen eigenen Song, typisch locker, spritzig und mit Komik und Ironie. Dass die Musik vom Band lief, was ja immer einen Charakter von Karaoke hat, war bei so viel Beweglichkeit des Trios und der Bühnenpräsenz zweitrangig.

Das Publikum erlebte einen beswingten heiteren Abend in schöner Atmosphäre, angereichert durch die Buchinger-Drinks ohne Alkohol.