„Es war zeitlich zu knapp“, hieß es von vielen Teilnehmern einer „Baustellenbesichtigung mit anschließendem Spaziergang„. Man hätte sich eine frühzeitigere Ankündigung gewünscht, in der Annahme, dass dann mehr Bürger gekommen wären, um ihren Protest gegen die Verfüllung der Druckleitung zum Ausdruck zu bringen. Eine Demonstration war nicht angemeldet. Zunächst bezeichnete der Verein „Bürgerenergie“ das von Tim Günther auf 16 Uhr anberaumte Treffen als „Baustellenbesichtigung, bzw. Demo“. Doch stellte sich gestern im Laufe des Tages heraus, dass ohne Genehmigung die Veranstaltung besser nicht Demo genannt werde.

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An der Owinger Straße, südlich der B31-alt, trafen sich sodann etwa 50 Überlinger, die sich über die Verfüllung der Druckleitung empörten. Stunden zuvor schuf das Stadtwerk schon Tatsachen und begann mit der Verfüllung – wenn auch an einer anderen Stelle, als die, die die Teilnehmer der „Baustellenbesichtigung“ ansteuerten. An einem Loch, aus dem die Leitung herausragte, versammelten sich die Teilnehmer.

Tim Günther hält an der Absperrung eine Rede.
Tim Günther hält an der Absperrung eine Rede. | Bild: Navid Moshgbar

Eine Chance vertan

Tim Günther, der über einen E-Mail-Verteiler am späten Montagabend mobilisiert hatte, hielt eine Rede. Er hatte schon am vergangenen Freitag bei der Abschlusskundgebung der Fridays-for-Furture-Demonstration gesprochen. „Wie können die nur die Petition ignorieren?“ Er hatte zusammen mit Markus Aigner vor rund 19 Jahren sich für die Solaranlage auf dem Dach des Gymnasiums starkgemacht. Aigner bringt als Lehrer seinen Schülern die Bedeutung erneuerbarer Energien nahe.

Markus Aigner macht sich ein Bild vom Zustand der Druckleitung.
Markus Aigner macht sich ein Bild vom Zustand der Druckleitung. | Bild: Navid Moshgbar

„Manchmal weiß ich gar nicht, was ich sagen soll.“ Es werde eine Chance vertan, Sonnen- oder auch Windenergie sinnvoll zu speichern. „Der Oberbürgermeister sollte sich für die Interessen der Überlinger Bürger einsetzen“, sagt Viktor Schlak. Das habe er bei diesem Thema versäumt.

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Der Spaziergang hätte bis vor das Rathaus gehen sollen. Doch am Wasserkraftwerk war Schluss. Dort brenne eh kein Licht mehr, hieß es von den Organisatoren zur Begründung. Laut Polizei waren bei der Besichtigung 50 Teilnehmer, wovon rund 30 Personen am Spaziergang teilnahmen.

Am Wasserkraftwerk am Mantelhafen endet der Spaziergang.
Am Wasserkraftwerk am Mantelhafen endet der Spaziergang. | Bild: Navid Moshgbar

Die Fraktion BÜB+ hat bei OB Jan Zeitler beantragt, das Thema Wasserkraftwerk auf die Tagesordnung der übernächsten Gemeinderatssitzung im Februar zu setzen.