Jens Eloas Lachenmayr hat sich dem Weltfrieden verschrieben. Der in Überlingen aufgewachsene Musiker organisierte vor fünf Jahren eine Menschenkette, die rund um den Bodensee gebildet werden sollte. Zuvor führte er eine Kulturkaravane für den gentechnikfreien Bodensee an. Grundbesitz, der letztlich den Banken gehöre, war ihm immer ein Gräuel. Über 20 Jahre lang lebte er im Zirkuswagen. In Frickingen stieß er damit auf Widerstand der Behörden, weil dort, wo der Wagen stand, aus behördlicher Sicht kein Wohnen erlaubt war. In Irland fand er nun seinen Frieden, wo er mit Erstwohnsitz gemeldet ist. Doch blieb er seiner Heimat treu.

Jens Eloas Lachenmayr im Jahr 2014 in Seelfingen, im Hintergrund sein Bauwagen.
Jens Eloas Lachenmayr im Jahr 2014 in Seelfingen, im Hintergrund sein Bauwagen. | Bild: Stefan Hilser

Der Barde von Bambergen

Seine Wurzeln liegen in Überlingen-Bambergen. Vor genau 20 Jahren am Pfingstsonntag 1999 spielte er sein allererstes Konzert mit ausschließlich eigenen Liedern im großen Wohnzimmer einer Familie. Er hielt es stets der SÜDKURIER-Autorin Sylvia Floetemeyer zugute, dass sie ihn „entdeckt“ und größer im Blatt vorgestellt habe. Ja, für schillernde Figuren sollte immer ein Platz in der Zeitung sein. Leute wie Lachenmayr ecken an, aber sie machen das Leben bunter.

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Nun geht es also zurück nach Bambergen, zum Auftaktkonzert für seine Jubiläumstournee. Es findet statt an Pfingstsonntag, 18 Uhr, im Garten der hellblauen Villa in der Dorfstraße 87. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Mediales Interesse

Just in dieser blauen Villa, so berichtet es Lachenmayr, habe früher eine Frau gewohnt, für die das Wohnen im Außenbereich im Zirkuswagen ein Dorn im Auge war. Sie hatte ihn und seine junge Familie vertrieben, auf dem Hagenweiler Hof fanden sie einen neue gute Bleibe. Mit etwas Abstand, zehn Jahre später, habe er an der Haustüre der Frau geklingelt, „ich habe mich für die großartige Publicity bedankt“. Denn einige Medien seien auf ihn, sein Baby und den Bauwagen, aufmerksam geworden, auch Radio und Fernsehen. „Dannach waren meine Konzerte sehr gut besucht.“

„Das ist die Freiheit, die ich meine“: Lachenmayr, frei nach Juliane Werding.
„Das ist die Freiheit, die ich meine“: Lachenmayr, frei nach Juliane Werding. | Bild: Stefan Hilser

So hielt es Lachenmayr in den Folgejahren. Der Streit mit dem Landratsamt um das Wohnen auf einer Waldlichtung bei Frickingen war nur ein Beispiel, mit dem er die Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein anderes sein Rechtsstreit mit der Stadt Überlingen um die Höchstdauer von Darbietungen auf der Straße und die Frage, wie viel Lachenmayr einem unfreiwilligen Zaungast zuzumuten sei. Es endete mit einem Ordnungsgeld, für den Sänger.

Mit Gitarre im Sitzungssal des Gemeinderats

Als es im Gemeinderat dann darum gehen sollte, die Spieldauer für Straßenmusiker eventuell zu verlängern, war Lachenmayr davon überzeugt, dass die Räte nur dann adäquat entscheiden könnten, wenn sie zuvor ein Lied von ihm anhörten. Doch blieb seine Gitarre im Sitzungssaal stumm, er durfte nicht. Er wisse, so Lachenmayr, dass er sich manchmal „nicht verhältnismäßig“ ausdrücke. „Ich leide an diesem Defizit, weil ich es in meinen Liedern um so besser kann. Ich fühle ich mich nur dann verstanden, wenn Menschen ein Lied von mir gehört haben.“

Das Konzert zum 20-Jährigen findet statt an Pfingstsonntag, 18 Uhr, zusammen mit dem Tablaspieler und Perkussionisten Jörg Holik und anderen „Sprachkünstlern“, wie Lachenmayr verspricht. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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