Ein großes Fest will ordentlich gefeiert werden. Und genau das tun die Bambergener: Das ganze Jahr hindurch gibt es immer wieder kleinere oder größere Jubiläumsveranstaltungen zum 750. Geburtstag. Los geht es dieses Wochenende mit einer großen Eröffnungsveranstaltung am Samstag, 14. April. Der Überlinger Stadtarchivar Walter Liehner wird einen Vortrag über die Geschichte Bambergs halten. Hermann Keller wird mit Mundartgeschichten zur Unterhaltung der Gäste beitragen. "Das wird ein Empfang, zu dem alle Bürger eingeladen sind. Der Musikverein Harmonie Lippertsreute sorgt für den musikalischen Rahmen, anschließend lädt der Ortschaftsrat zum Stehempfang", erzählt Ortsvorsteher Siegfried Weber.

Ein weiterer Programmpunkt am Pfingstmontag ist eine Wanderung zum Hof Schönbuch, bei der die Bürger buchstäblich auf den Spuren ihrer eigenen Geschichte wandeln. "Es soll mehrere Stationen an historischen Gebäuden geben und an jeder Station wird ein neuer Aspekt beleuchtet", sagt Weber. Die Geschichte ist interessant: Um 100 nach Christus soll es dort, wo heute Bambergen liegt, einen römischen Gutshof gegeben haben, der dann zerstört wurde. Um 260 siedelten Alemannen an und gründeten das Dorf, dessen Name 1286 erstmals urkundlich genannt wird.

Der Überlinger Teilort Bambergen feiert in diesem Jahr sein 750-jähriges Bestehen. Bambergen wurde als erster der heute sieben Teilorte am 1. Juli 1971 in die Stadt Überlingen eingemeindet.
Der Überlinger Teilort Bambergen feiert in diesem Jahr sein 750-jähriges Bestehen. Bambergen wurde als erster der heute sieben Teilorte am 1. Juli 1971 in die Stadt Überlingen eingemeindet. | Bild: Stefan Hilser

Im 13. und 14. Jahrhundert erwarb das Spital Überlingen zwei Drittel von Grund und Boden, das Kloster Salem, die Johanniterkommende in Überlingen und das Domkapitel Konstanz das restliche Drittel. Alle Bauerngüter waren Lehen. 1432 erließ das Überlinger Spital eine Dorfordnung und um 1550 war Bambergen Hauptort eines Spitalamts und Gerichtsstabs für Ernatsreute, Rickenbach und Deisendorf. Ein schweres Schicksal erlitt das Dorf 1643 im Dreißigjährigen Krieg, als es niedergebrannte wurde und wiederaufgebaut werden musste. 1802 wurde das Gebiet der Freien Reichsstadt Überlingen badisch und Bambergen als Gemeinde selbstständig – mit dem Teilort Ernatsreute. 1842 wurden Rathaus und Schule gebaut, 1924 kam Ernatsreute zu Lippertsreute und 1928 wurde das Hofgut Schönbuch eingegliedert, eben jenes, zu dem die Bambergener wandern wollen, eingegliedert. Am 1. Juli 1971 erfolgte die Eingemeindung nach Überlingen.

Bei der Feier zum 750. Jubiläum sollen auch die Kinder nicht zu kurz kommen. Geplant ist, dass der Bamberger Künstler Jochen Schimpfle an den drei Bamberger Brunnen Wasserspiele installiert. Das bereits erwähnte Dorffest soll aufgrund des Jubiläums um einen Tag verlängert werden und dauert dann vom 4. bis zum 6. August. "Auch hier soll wieder etwas Besonderes für die Kinder geboten werden, wir denken an einen Zauberer und wir wollen einen Parcours aufbauen", sagt Weber.

Bis in den Herbst hinein wird sich das Jubiläumsprogramm ziehen: Am Wochenende 20. und 21. Oktober steht Bamberg unter dem Motto 750 Kürbisse. "Wir wollen einen Schnitzwettbewerb machen, es gibt Kürbissuppe und es sollen insgesamt 750 Kürbisse aufgebaut werden." Auch da ist die Hilfe der jüngsten Bamberger Bürger wieder gefragt.

Das Programm

  • 14. April, 19 Uhr: Bürgertreffen zum 750-jährigen Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus mit OB Jan Zeitler
  • 21. Mai: Eröffnung der Ausstellung zu Bambergens Geschichte und der Wasserskulpturen an den Dorfbrunnen, Wanderung bis zum Hof Schönbuch
  • 13. Juli: Historische Feuerwehrprobe in der Dorfmitte, mit Bewirtung
  • 4. bis 6. August: Dorffest mit großem Kinderprogramm
  • 20. Oktober: Kirbefest mit dem Motto 750 Kürbisse