Am Ende gab es dann doch noch leichte Verzögerungen. Eigentlich wollten die Bauleiter des Regierungspräsidiums Tübingen und der Straßenmeisterei den B31-Ausbau bei Überlingen schon gegen 11 Uhr für den Verkehr freigeben. Letztlich war es dann doch fast 12 Uhr, bis die ersten Autos über die neue Fahrbahn rollten. Es war jedoch so ziemlich die einzige Verzögerung, die es während dieses Großbauprojekts gab. "Wir haben den Zeitplan eingehalten", sagt Projektleiter Jens Kehrer sichtlich stolz.

Knapp 1,5 Jahre liefen die Arbeiten an der Ausbaustrecke

Knapp eineinhalb Jahre liefen die Arbeiten an der etwa drei Kilometer langen Ausbaustrecke zwischen Überlingen und Stockach. Um die Frist einzuhalten und eine höhere Qualität der Fahrbahn zu erreichen, kam bei der Asphaltierung ein in Deutschland noch nicht erprobtes Verfahren zum Einsatz: Statt wie bei einer Breite von zwölf Metern sonst üblich, mit zwei so genannten Fertigern zu arbeiten, hatte die beauftragte Baufirma in Überlingen erstmals nur einen Fertiger mit einer größeren Einbaubreite eingesetzt. Über 13.000 Tonnen Tragschicht und Binderschicht waren so nahtlos an zwei Tagen eingebaut worden. 

Seit gestern rollt&nbsp;der&nbsp;Verkehr&nbsp;auf&nbsp;der&nbsp;B&nbsp;31 neu bei Überlingen. <em>Bild: Gerhard Plessing</em>
Der B31-Abschnitt zwischen Tierheimkruezung und Abigknoten ist seit Donnerstag für den Verkehr freigegeben.

Ab sofort ist die Fahrt von Stockach in Richtung Überlingen sowie in Richtung Pfullendorf über die L195 wieder möglich. Von Überlingen aus kommt man wieder ohne Einschränkungen in Richtung Stockach und Autobahn. Das erste Fahrzeug, das gestern über die neue Fahrbahn rollte, war ein Lastwagen mit polnischem Kennzeichen. Das passt. Schließlich soll der B31-Ausbau den Transitverkehr an Überlingen vorbei in Richtung Autobahn bei Stockach, bzw. in Richtung Friedrichshafen leiten.

Fertigstellung des Abschnitts für Ende 2020 geplant

Der Ausbau bei Überlingen ist nur einer von drei Abschnitten zur geplanten Verkehrsentlastung am nördlichen Bodensee. Die Fertigstellung der 7,2 Kilometer langen Strecke zwischen Friedrichshafen und Immenstaad ist für Ende 2020 vorgesehen. Ein Ende der Staus ist trotzdem noch nicht in Sicht. Das Problem: Zwischen Immenstaad und Überlingen können sich die angrenzenden Gemeinden bislang nicht auf eine Trassenführung einigen.

Dass der Abschnitt bei Überlingen als erstes fertig wird, hat aber einen anderen Grund: 2020 findet hier die erste Landesgartenschau am Bodenseeufer statt, bei der täglich mit mehreren Tausend Gästen gerechnet wird. Den Parksuchverkehr wollen Stadt und Organisatoren frühzeitig abfangen und zur den vorgesehenen Besucherparkplätzen leiten.

Bis dahin wird es aber weitere Einschränkungen geben. Zwar ist die Strecke derzeit voll geöffnet, doch in rund zwei Wochen werden die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt am Burgberg beginnen. Dann wird der Transitverkehr wieder über die bisherige, kurvige Umleitung über Aufkirch geleitet. Im Bereich des Burgbergs wurde eine Baustellenumfahrung eingerichtet. Der provisorische Anschluss B31/Rengoldshauser Straße bleibt zur Entlastung bestehen. Die Zufahrt von der B¦31 in Richtung Überlingen wird im Bereich Burgberg über Provisorien gewährleistet. Die Fertigstellung des der Arbeiten ist für Herbst 2019 geplant

Da in den nächsten Wochen  die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt im Bereich des Burgbergs beginnen, wird der Verkehr von Stockach nach Friedrichshafen und umgekehrt weiter über die K 7786 bei Aufkirch sowie die B 31-alt umgeleitet.

Im Bereich des Ausbauabschnittes am Burgberg wurde eine Baustellenumfahrung hergestellt. Der provisorische Anschluss B31/Rengoldshauser Straße bleibt zur Entlastung bestehen. Die Zufahrt von der B31 in Richtung Überlingen wird im Bereich Burgberg über Provisorien gewährleistet. Die Fertigstellung des gesamten Ausbaus für den Teil Überlingen ist für Herbst 2019 geplant.

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