Genug ist genug. Wer zählt die Museen, nennt die Ausstellungen, die dem katalanischen Surrealisten Salvador Dalí gewidmet waren und sind. Leben und Werk des Künstlers sind ein weites Feld, wie die dichte Ausstellung zeigte. Kunstexperte Michael Walz erläuterte bei der Finissage am 568. und letzten Dalí-Tag, weshalb dies so ist.

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Vielleicht wäre weniger an dieser Stelle mehr gewesen. Das gilt sowohl für die dicht behängten Wände als auch für die Dauer der Ausstellung. Doch wer mit den vielfältigen Einblicken in das Leben des Künstlers nicht zufrieden war und das Fehlen von Originalen bemängelt hatte, dem rechnete Walz vor, wie viel hundert Jahre eine Ausstellung mit Originalen den bescheidenen Überlinger Kulturetat belastet hätte.

Der Kulturabteilung kam es zupass

Umso mehr kam es der ohnehin sehr spärlich besetzten Kulturabteilung zupass, dass der emsige Sammler und Verleger Michael Imhoff seine Ausstellung der Stadt gerne ein zweites Jahr überließ. Zumal sie sich die hauptamtlichen Kulturschaffenden ins Zeug legen mussten, um das große Überlinger Jubiläumsjahr der Stadt vorzubereiten.

Nicht nur die mehr als 30 000 Besucher auch die vielfach ausgebuchten Führungen durch die Ausstellung, darunter zahlreiche für Kinder, dokumentierten indessen das Interesse und die Magnetwirkung des Namen Dalís.

Interessante Einblicke

Nicht nur weil Dalí sein Leben lang zum einen selbst sehr produktiv war und zum anderen, wie Michael Walz berichtete, haufenweise leere Blätter signiert hatte, die Epigonen und Kopisten in seinem Sinne und in seinem Stil zu füllen versuchte, tun sich selbst ausgewiesene Experten bisweilen schwer, die Authentizität mancher Arbeiten zu beurteilen, geschweige denn zu bestätigen. Unabhängig davon gab die Ausstellung interessante Einblicke in Mensch und Werk.

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Doch genug ist auch bei Dalí mal genug. Sinngemäß sagte dies auch Michael Walz, der beim Kehraus noch einmal eine ganze Fülle von persönlichen Facetten des extravaganten katalanischen Selbstdarstellers präsentierte. Schließlich warteten rund 200 Künstler des Internationalen Bodenseeclubs (IBC), im bevorstehenden Winter wieder eine Jahresausstellung präsentieren zu können, so Walz. Ja, es gibt auch Kunst neben und nach Dalí. Und dann stehen auch schon die Narrenzünfte des Viererbunds ante portas.