Es war am 25. Juni vorigen Jahres, als die Spieler des FC 09 Überlingen unter Beweis stellten, dass sie nicht nur Fußball spielen können, sondern sich auch im Feiern verstehen: Denn nach einem 0:0 im Hinspiel der Relegation hatte das Team mit einem 3:0-Auswärtssieg in Königsfeld im Schwarzwald nur ein Jahr nach dem Abstieg in die Bezirksliga den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga geschafft. Schon gleich nach dem Abpfiff zogen sich Spieler und Betreuer schwarze Aufstiegs-T-Shirts über und ließen es richtig krachen. Und zwar so sehr, dass der Bus aus Königsfeld mit mehr als einer Stunde Verspätung in Überlingen ankam. In der Stadt, auf der Münstertreppe und im „Galgenhölzle“ wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. "Aufstieg ist schwieriger als die Klasse zu halten", hatte Torjäger und Co-Trainer Marc Kuczkowski im Siegestaumel die Bedeutung des wichtigen Sieges hervorgehoben. "Es ist ein Sieg für Überlingen, jeder wollte für die Stadt spielen. Wir sind als Team aufgetreten. Heute hat das Team gewonnen", unterstrich er seinerzeit.

Die erste Herrenmannschaft des Fußballclubs 09 Überlingen wurde Vizemeister in der Bezirksliga und stieg nach erfolgreichem Relegationsspiel in die Landesliga auf. Zurzeit belegt das Team einen guten siebten Platz.
Die erste Herrenmannschaft des Fußballclubs 09 Überlingen wurde Vizemeister in der Bezirksliga und stieg nach erfolgreichem Relegationsspiel in die Landesliga auf. Zurzeit belegt das Team einen guten siebten Platz. | Bild: Holger Kleinstück

Gern erinnert sich Kuczkowski noch heute an diesen Tag. „So habe ich noch nie gefeiert. Vor allem nicht an einem Sonntag. Aber es war ein Sieg der Mannschaft, da gehören alle zusammen. Der Zusammenhalt war letztlich dafür verantwortlich, dass wir aufgestiegen sind“, sagt er. Dabei hatte die Saison holprig angefangen. „Da war es noch nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagt Florian Stemmer, seit 2016 Trainer. Ein wichtiger Grund dafür sei gewesen, das man viele neue und junge Spieler erst ins Team habe integrieren müssen. Nachdem aber neun Spiele in Folge gewonnen werden konnten, überwinterte die Mannschaft auf Platz eins, um dann in der Rückrunde aber wieder auf Platz vier zurückzufallen. Stemmer: „Da hatten wir einen kleinen Hänger.“ Dann aber wurden wieder wichtige Spiele gewonnen. „Wir waren so zusammengewachsen, dass wir letztlich Platz zwei erzielt haben und uns somit für die Relegation qualifizierten", erinnert sich Mark Kuczkowski. Auch Daniel Sandhas, stellvertretender Kapitän, betont diesen wichtigen Zusammenhalt. „Dadurch hat jeder noch mehr Selbstvertrauen bekommen.“ Dass auch die jungen Spieler mitzogen und zu den Führungsspielern aufschauten, sei ein weiterer Beitrag zum Erfolg gewesen, sagt er.

Im Juni standen dann die beiden Relegationsspiele gegen Königsfeld an. "Das, was wir in diesen zwei Spielen geleistet haben, vor allem als Team, das war schon beeindruckend“, sagt Mark Kuczkowski. Das erste vor heimischem Publikum endete mit einem torlosen Unentschieden. „Das hätten wir eigentlich schon deutlich gewinnen müssen, weil wir die bessere Mannschaft waren“, erinnert sich Stemmer. „Jeder der Spieler hat da schon 120 Prozent gegeben.“ Beim Rückspiel im Schwarzwald sei man zwar nicht besser, aber effektiver gewesen, unterstreicht der Trainer. „Wir haben das Ding souverän runtergespielt und 3:0 gewonnen. Wir sind verdient aufgestiegen.“ Er fügt hinzu, dass es ja nicht so oft vorkomme, Aufstiegsspiele vor einem großen Publikum zu haben. „Das war auch ein Hype für die Mannschaft. Die ganze Bezirksrunde hat auch die Mannschaft zusammengeschweißt. Das war natürlich auch ganz wichtig. Es war kein verlorenes Jahr“, sagte Stemmer. Auch er hebt die „einfach geniale Feier“ hervor, die für den Teamgeist ebenfalls wichtig gewesen sei.

Die anschließende Sommerpause war nur kurz, nur rund zwei Wochen hatten die Schützlinge von Stemmer fußballfrei. Das wirkte sich aber nicht negativ aus. Mit 25 Punkten stehen die Überlinger derzeit gut da, belegen von 16 Teams Platz sieben und verfügen über ein gutes Polster zur Abstiegszone. „25 Punkte als Aufsteiger ist wirklich top. Wir könnten durchaus drei Punkte mehr, aber auch drei Punkte weniger haben. Ich hoffe, wir können den siebten Platz halten", sagt Florian Stemmer. Er gibt zu, dass das vor Saisonbeginn von ihm und der Mannschaft anvisierte Ziel durchaus ein Platz im Mittelfeld gewesen sei, den man aber nicht wirklich habe erwarten können.

Trotz der guten Tabellensituation stimmen die 41 Gegentreffer den Trainer doch etwas nachdenklich. "Die gegnerischen Stürmer haben in der Landesliga eben ein anderes Kaliber als in der Bezirksliga." Aber man arbeite daran und wolle das in der restlichen Rückrunde besser machen. Und die hat im November bereits begonnen. Nach einer leicht verlängerten Winterpause mit acht fußballfreien Wochen geht es nun am kommenden Samstag, 10. März, 14.30 Uhr, mit dem 18. Spieltag gegen den FC Löffingen im heimischen Stadion wieder los. Und wenn der FC nach weiteren 13 Spielen Anfang Juni immer noch auf Platz sieben stünde? "Das wäre ein Riesenerfolg für uns alle“, sagt Florian Stemmer.

Zum Team und zur Wahl

  • Die Mannschaft: Die erste Herrenmannschaft des Fußballclubs 09 Überlingen wurde Vizemeister in der Bezirksliga und stieg nach erfolgreichem Relegationsspiel in die Landesliga auf. Zurzeit belegt das Team einen guten siebten Platz. Die Mannschaft besteht aus den Spielern Ronny Palmy-Hockl, Maximilan Heichele, Stephan Walser, Michel Förtsch, Patrick Thum, Manuel Steurer, Jannick Gerlach, Nico Gumbl, Stephan Dombrowski, Daniel Sandhas, Tom Öhler, Malte Ensslin, Davit Buzghulazvilli, Alexander Welte, Tommy Kelbing, Julio Cardoso, Jonas Bröski, Fabian Kessler, Niklas Blan und Marc Kuczkowski. Trainer ist Florian Stemmer, Co-Trainer ist Marc Kuczkowski. Die Betreuer sind Andreas Fröhlich, Patrick Lembke und Gundula Schenk (Physio).
  • Die Wahl: Die Leser des SÜDKURIER können bis Sonntag, 11. März, ihre Stimme für die Sportlerwahl abgeben. Dazu müssen Sie zu Handy oder Telefon greifen, die Nummer 0 13 79/37 05 00 wählen und folgende Endziffern für die jeweiligen Kandidaten anhängen: Sportler des Jahres: Sebastian Harms-Mendez -51; Hubert Merkelbach –52; Johanna Siebler -53. Mannschaft des Jahres: Fußballclub -54; Segel- und Motorbootclub -55; Turnverein -56. Ein Anruf aus dem Festnetz der Telekom kostet 50 Cent, Mobilfunk deutlich mehr. Die Anrufer sollten neben ihrem Namen und der Adresse das Stichwort „Sportlerwahl“ angeben. Die Abstimmung ist auch möglich mit dem am 15. Februar veröffentlichten Coupon, unter der E-Mail-Adresse ueberlingen.redaktion@suedkurier.de oder im Internet:www.suedkurier.de/sportlerwahl-ueberlingenwww.facebook.de/sportlerehrung