Statt die Schulbank zu drücken, gingen an den vergangenen Freitagen tausende junge Menschen auf die Straße. Unter dem Motto "Fridays for Future" – Freitage für die Zukunft – demonstrierten Schüler und Studenten für den Klimaschutz. Auch Jugendliche aus Überlingen beteiligten sich an Kundgebungen. Doch wie gehen die Schulen mit den engagierten Schulschwänzern um?

Lob für das Engagement

Am Gymnasium Überlingen waren protestierende Schulschwänzer nach Aussage des stellvertretenden Schulleiters Willi Rinderer bislang noch kein Thema. Er habe keine Information erhalten, dass Schüler aufgrund von Demonstrationen gefehlt haben, sagte er. Dem Einsatz der jungen Menschen stehe er grundsätzlich positiv gegenüber. Er stellte aber in Frage, ob dies während dem Unterricht sein müsse. "Es gibt auch andere Möglichkeiten."

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Überlinger Gymnasiasten, die den Unterricht aufgrund einer Demonstration versäumen, können aber zumindest auf Milde hoffen. Man müsse das im Einzelfall prüfen, sagte Rinderer. Wenn ein Schüler glaubhaft machen könne, dass es ihm um die Sache ging, "wäre ich mit Sanktionen eher zurückhaltend", so seine Meinung. Anders sehe es aus, wenn eine Klassenarbeit verpasst wird. Denn dies bedeute Mehrarbeit für den Lehrer. Wenn dieser im Vorfeld ankündigt, dass die Teilnahme an einer Demonstration zum ihrem Nachteil bei der Benotung führt, müssten das die Schüler akzeptieren.

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Waldorfschüler sind besonders aktiv

An der Waldorfschule Überlingen zeigten sich die Schüler wesentlich demonstrationsfreudiger. Einer von ihnen ist Yannik Dindorf, der an der Kundgebung vergangene Woche in Friedrichshafen teilgenommen hat. Dem SÜDKURIER gegenüber erklärte der Jugendliche seine Beweggründe für seinen Einsatz für den Klimaschutz: "Es gibt zwar Lösungen und ausreichende Technik dafür, aber die Politik macht zu wenig Druck auf die Industrie." Nach Aussage von Raymund Feger, Geschäftsführer der Waldorfschule Überlingen, nahmen mehrere Klassen – rund 130 Schüler – an Kundgebungen teil. Weitere Auskünfte, beispielsweise darüber, ob und wie das Fernbleiben vom Unterricht geahndet wird, konnte er aufgrund der Kürze der Zeit nicht mehr erteilen.