Castingshows gibt es viele. Sie werden medial aufgearbeitet und regelrecht ausgeschlachtet. Für Schauspieler und Musicaldarsteller sind solche Castings dagegen Alltag. Wenn ein neues Musical oder ein Film besetzt wird, werden Akteure gesucht. In der Regel müssen sie zu einem Casting kommen, um sich zu zeigen und zu bewerben. Einer, der Castings ganz genau kennt, ist Anthony Curtis Kirby. Der 25-Jährige ist in Uhldingen-Mühlhofen aufgewachsen und machte sich auf, um die großen Musicalbühnen zu erobern.

„Jeder von uns hat schon viele Castings absolviert und hofft jedes Mal auf eine Rolle“, sagt er. Und diese Hoffnung hat sich bei ihm in den vergangenen Monaten immer häufiger gelohnt. Seit September spielt er ein bis drei Mal im Monat Tyron Jackson im Musical „Fame“ in Kiel. Seit Januar steht er aber vor allem in München auf der Bühne. Anthony Curtis Kirby spielt Burak im Musical „Fack ju Göhte“, das am 21. Januar Premiere feierte. Von Dienstag bis Sonntag gibt es acht Shows pro Woche.

„Ich bin zum Casting und habe mich da schon in dieser Rolle gesehen“, erinnert sich der 25-Jährige. „Ich finde vor allem die Geschichte und die Entwicklung von Burak im Musical beeindruckend.“ Er absolviert im Laufe des Musicals eine 180-Grad-Wende in puncto Einstellung. „Hier kann ich meine komplette Bandbreite auf die Bühne bringen“, erklärt Anthony Curtis Kirby. „Das fordert mich und macht jedes Mal einen riesigen Spaß.“

„Fack ju Göhte“ feierte am 21. Januar in München Premiere. Von Dienstag bis Sonntag gibt es acht Shows pro Woche.
„Fack ju Göhte“ feierte am 21. Januar in München Premiere. Von Dienstag bis Sonntag gibt es acht Shows pro Woche. | Bild: Detlef Overmann

Schon als kleiner Junge hat er gerne gesungen, hat getanzt und träumte davon, Schauspieler zu sein. „Ich wusste damals nicht, dass man im Fach Musical quasi alles zusammen macht“, sagt er. „Als ich dann erfuhr, dass es in Überlingen eine Musicalschule gibt, musste ich unbedingt hin.“ Die Leiterin Jeanette Munere kann sich noch sehr gut an Anthony Curtis Kirby erinnern: „Er kam zu mir und zeigte sein Können. Er überzeugte mich zunächst vor allem durch seinen Willen.“ Genau das sei es auch gewesen, was für ihn das Geheimnis des Erfolgs war. „Es gab sicher einige, die talentierter waren als Anthony“, sagt Jeanette Munere heute. „Ich kenne aber kaum jemanden, der so konsequent und diszipliniert an sich gearbeitet hat.“ Genau das brauche man, um schließlich in der Musical-Branche Fuß zu fassen.

In Überlingen erhielt Anthony Curtis Kirby die Grundausbildung. „Ohne diese Vorbereitung hätte ich sicherlich die Aufnahmeprüfung an der Universität der Künste nicht geschafft“, sagt er selbst. „Noch heute habe ich Kontakt nach Überlingen. Natürlich nicht mehr ganz so intensiv, aber ich habe nicht vergessen, woher ich komme.“ Losgelöst vom Bodensee hat er sich endgültig 2012, als er sein Studium in Berlin begann. Er bekam einen der zehn begehrten Plätze, auf die sich mehrere hundert Interessierte bewarben.

Anthony Curtis Kirby bei der Musical Revue der Musicalschule Bodensee im Überlinger Kursaal 2015, als er zum letzten Mal am Bodensee auftrat.
Anthony Curtis Kirby bei der Musical Revue der Musicalschule Bodensee im Überlinger Kursaal 2015, als er zum letzten Mal am Bodensee auftrat. | Bild: Reiner Jäckle

In seinen Paraderollen war er damals in der Regel in Highheels zu sehen. Kaum einer beherrschte das so wie er. „Ganz ehrlich: Ich würde sehr gerne mal wieder eine solche Rolle spielen“, sagt er selbst heute noch. „Doch ich lasse mich nicht in eine Schublade stecken und habe bereits bewiesen, dass ich auch vieles andere spielen kann.“ Anthony Curtis Kirby würde auch sehr gerne wieder einmal in einer Musical-Revue der Musicalschule Bodensee mitspielen, allerdings sei das eine Frage der Zeit, da er momentan sehr gut gebucht sei.

Seine Heimat Bodensee hat er in seiner Zeit in Berlin nur selten gesehen. „In der Regel war ich zwei Mal im Jahr bei meiner Mutter, die immer noch in Unteruhldingen lebt“, sagt er. „Jetzt lebe ich ja in München, da ist der Weg nicht mehr so weit. Da hoffe ich, dass ich es etwas öfter an den See schaffe.“ Und wenn er nicht auf der Bühne steht, muss er sich fit halten, um die Rollen spielen zu können. „Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und dehne mich sehr viel“, verrät der 25-Jährige. „Ansonsten stehe ich ja auch viel auf der Bühne.“

Der SÜDKURIER verlost zwei Mal zwei Tickets für die Vorstellung „Fack Ju Göhte“ am Sonntag, 8. April, um 14.30 Uhr in München. Die Anreise erfolgt auf eigene Kosten. Unter 0 13 79/37 05 00 45 kann man bis Donnerstag, 15. März, 23 Uhr, Namen und Adresse und das Lösungswort „Musical“ angeben. Der Anruf aus dem Festnetz kostet 50 Cent. Die Gewinner werden veröffentlicht.

Zur Person

Anthony Curtis Kirby ist in North Carolina in den USA geboren und zog mit vier Jahren nach Oberuhldingen an den Bodensee. Der heute 25-Jährige besuchte das Gymnasium in Überlingen. Ab 2008 nahm er Unterricht an der Musicalschule Bodensee bei Janette Munere. 2011 zog er nach Berlin, um dort ein Jahr später an der Universität der Künste das Studium im Fach Musical/Show zu beginnen, das er 2016 erfolgreich abschloss. Bereits 2014 erhielt er seine erste größere Musicalrolle. Mittlerweile spielte er in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit Januar hat er die Hauptrolle im Musical „Fack ju Göhte“ in München und spielt parallel im Musical „Fame“ in Kiel. (mag)