Als Dekoration oder Bastelutensil sind Rosskastanien bekannt. Ihre wertvollen Inhaltsstoffe helfen außerdem bei Gefäßerkrankungen, wirken als Sonnenschutz und die braunen Kastanien können mit etwas Aufwand sogar als Mehlersatz verwendet werden. Was allerdings die wenigsten wissen: Mit Rosskastanien kann man auch Kleider waschen. Hier kommt einer der Inhaltsstoffe der braunen Samen zum Tragen: Saponin. Er wird so bezeichnet, da er beim Schütteln mit Wasser oft einen seifenartigen Schaum ergibt. Der Grund: Die Kastanie gehört zur Gattung der Seifenbaumgewächse. Saponin ist übrigens auch in Efeu- und Birkenblättern sowie im Seifenkraut zu finden.

Die Vorteile sind vielfältig: Zum einen kostet das Ganze so gut wie nichts. Zum anderen ist das Waschmittel frei von Chemikalien und belastet dadurch weder die Haut noch die Natur. Außerdem gibt es Kastanien nahezu überall in der Region – allerdings eben nur im Herbst. Deshalb existiert sogar die Möglichkeit, aus Kastanien Pulver herzustellen, damit man das Ganze auch lagern kann. Es gibt noch einen anderen Vorteil vom Pulver: Der Wirkstoff Saponin löst sich deutlich schneller heraus, als wenn man Kastanienstücke in Wasser legt.

Frisches Waschmittel

Sechs bis acht frische Kastanien in Scheiben oder Viertel schneiden und sie in ein Glas geben. Mit 300 Millilitern Wasser aufgießen und über Nacht ziehen lassen, bis die Flüssigkeit milchig ist. Danach das Wasser abgießen und als Waschmittel verwenden. Bei Weißwäsche sollte die Schale der Kastanie entfernt werden. Außerdem sollte die fertige Flüssigkeit innerhalb von zwei Tagen verarbeitet werden, weil es sonst beginnt zu riechen. Alternativ können zur Wäsche auch ätherische Öle zugefügt werden.

Video: Jäckle, Reiner

Kastanienpulver

Wer sich einen Vorrat anlegen möchte, kann dies in Form von Kastanienpulver tun. Es gibt noch einen anderen Vorteil vom Pulver: Der Wirkstoff Saponin löst sich deutlich schneller heraus, als wenn man Kastanienstücke in Wasser legt. Zur Herstellung benötigt man aber einen kraftvollen Mixer.

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Zunächst werden beliebig viele Kastanien geviertelt und mit einer Küchenmaschine klein gehackt. Für Weißwäsche die Schale vorher mit einem scharfen Messer entfernen, damit sie später nicht abfärben kann. Anschließend das klein gehackte Pulver auf ein Backblech mit Backpapier und entweder in der Sonne oder im Backofen auf niederer Stufe bei etwa 50 Grad trocknen. Danach das Pulver in einem Gefäß luftdicht lagern und darauf achten, dass es nicht feucht wird.

Zum Waschen zwei bis vier Esslöffel Pulver in ein Glas geben und mit 300 Milliliter Wasser übergießen. 30 bis 60 Minuten ziehen lassen und mit einem Sieb abgießen. Fertig ist das Waschmittel. Das Pulver im Sieb ist zwei bis drei Mal einsetzbar. Allerdings ist es ganz wichtig, dass das Pulver trocken gelagert wird, denn Kastanien sind sehr anfällig für Schimmel. Außerdem empfiehlt sich eine Bearbeitung der Früchte, wenn sie so frisch wie möglich sind. Je länger sie lagern, umso härter werden sie und umso schwerer sind sie dann zu schneiden. Die Kastanien verlieren durch die Trocknung aber nicht an Wirkung.

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