Oberbürgermeister Jan Zeitler zeigt sich genervt. Es geht ihm nämlich viel zu langsam bei der Sanierung des Sportplatzes "Ob den Mühlen" voran. "Der bisherige Bauverlauf hat mich sehr verärgert, infolgedessen habe ich mir am 22. Mai 2018 selbst ein Bild auf der Baustelle vor Ort gemacht und meinen Unmut gegenüber der ausführenden Firma deutlich geäußert."

Die Arbeit ist mühevoll und schweißtreibend. Spencer Tuley (rechts) ist für das Anmischen der Farbe verantwortlich.
Die Arbeit ist mühevoll und schweißtreibend. Spencer Tuley (rechts) ist für das Anmischen der Farbe verantwortlich. | Bild: Stefan Hilser

Wichtig ist trockenes Wetter. Die Masse, die hier aufgetragen wird, enthält Polyurethan, der Grundstoff, aus dem die Überlinger Firma Puren Dämmmatten herstellt. Wenn Polyurethan mit Wasser in Verbindung kommt, fängt es an zu schäumen – Regenwasser wäre also Gift für die Bauarbeiter auf dem Sportplatz. Sie sind im Auftrag einer Sportanlagen-Firma aus Lilienthal in Niedersachsen im Einsatz.

Video: Stefan Hilser

Die Arbeiter vor Ort geben mächtig Gas. "Wir arbeiten auch am Sonntag", sagte der Kapo vor Ort, Pasko Jiri. Den Anwohnern gefällt das nicht immer, denn das Aggregat, das zum Anrühren der roten Masse benötigt wird, macht Krach.

Video: Stefan Hilser

Als Grund, warum die Arbeiten sich insgesamt so in die Länge zogen, spielten die Nachbarn eine gewisse Rolle. Zeitler: "Die Wünsche der Anwohner waren nicht ohne Weiteres in Einklang zu bringen: Einerseits sollte die Baustelle schnell fertig sein, andererseits darf zwischen 12 und 15 Uhr kein Lärm gemacht werden. Den Sportplatznutzern gegenüber ist der zeitliche Ablauf im Vorfeld klar kommuniziert worden. Eine Verschiebung der Maßnahme war keine Option, da dies eine Sperrung der Leichtathletikanlage wegen Sicherheitsmängeln zur Folge gehabt hätte."

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Auf die Ausschreibung der Stadt im April 2017 habe sich nur eine einzige Firma gemeldet, erläuterte Zeitler. "Eine Wiederholung der Ausschreibung oder Verschiebung in das Folgejahr war keine Option, da die in Frage kommenden Fachfirmen volle Auftragsbücher haben und die Preise weiter steigen."

Video: Stefan Hilser

Nun hoffe er, sagte Zeitler, dass die Arbeiten bis Ende Juni abgeschlossen sind. "Ich lege großen Wert darauf, dass im Juli 2018 der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden kann, um doch noch die Bundesjugendspiele durchführen zu können."

Das kommt aber vermutlich zu spät. Am Gymnasium wurden die Bundesjugendspiele mangels verfügbarer Sportstätten bereits abgesagt.