Fast 20 Jahre ist es her, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat eher widerwillig grünes Licht für den Umzug des Discounters Aldi von der Lippertsreuter Straße an den Rand des Gewerbegebiets in die Heiligenbreite gaben. Nun will der Einkaufsmarkt wieder etwas näher an die Stadt heranrücken, zumindest bis zum Einkaufszentrum La Piazza, und dort erweitern.

Nahezu alles spricht aus der Sicht von Stadtverwaltung und Gemeinderat aus heutiger Sicht für diese Konzentration. Doch sehen die Festsetzungen auf dem Papier des erst 2014 fortgeschriebenen Einzelhandelskonzepts dies nicht vor und machen ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren erforderlich, informiert Stadtplaner Thomas Kölschbach. Die notwendige Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen sei keineswegs gesichert und werde gegebenenfalls wohl rund ein Jahr auf sich warten lassen, prognostizierte der Stadtplaner.

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Neue Zufahrt vom Burgberg über die Straße "Zur Weierhalde"

Zumindest dürfte bis dahin die Baustelle B 31 abgeschlossen und die neue Zufahrt vom Burgberg über die Straße „Zur Weierhalde“ zur Verfügung stehen. Dieses direktere Andocken an das Wohngebiet war für Kölschbach und das Planungsbüro ein gutes Argument für den neuen Standort, der auch andere Einkaufsfahrten aus Stadt und Umland verkürzen helfe. Auch die Konzentration des Einzelhandels zwischen La Piazza und Lidl spreche dafür, selbst wenn dort im aktuellen Konzept keine weiteren sogenannten "zentrenrelevante Sortimente" zulässig seien und es sich hier um keinen „städtebaulich integrierten Standort“ handle.

Gewerbliche Nutzung am derzeitigen Standort soll gestärkt werden

Zudem sei es aus Sicht der Stadt wünschenswert, die gewerbliche Nutzung am derzeitigen Aldi-Standort in der Heiligenbreite zu stärken. „Dennoch müssen wir dieses Zielabweichungsverfahren beantragen.“ Aus raumordnerischer Sicht stehe die vorgesehene Standortverlagerung und Verkaufsflächenerweiterung „im Einklang mit den meisten landes- und regionalplanerischen Vorgaben“.

Gremium befürwortet Anpassungsvorschläge

Das Gremium beschloss die Anpassungsvorschläge zur Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzepts einstimmig. Als Voraussetzungen formuliert sind, dass die Vorhaben „städtebaulich und raumordnerisch verträglich realisiert werden können und zu keiner weiteren nutzungsbezogenen Zersiedelung führen“. Ganz nebenbei könnte man den Standort des Bommerzentrums in Nußdorf als „städtebaulich integrierte Lage“ definieren, schlug Kölschbach vor. Auch wenn dort „sicher keine Erweiterungen mehr möglich sind“.

Da es sich ja um keine Neuansiedlung, sondern lediglich eine „sinnvolle Umsiedlung“ handle, war es für Stadtrat Ingo Woerner (FDP) „sehr schade, dass dies so lange dauert“. Bernadette Siemensmeyer (LBU/Grüne) bekräftigte die Notwendigkeit, die Nutzungsmöglichkeiten der Flächen in der Heiligenbreite im Bebaungsplan anzupassen und auf gewerbliche Betriebe zu beschränken.