"Nichts ohne uns über uns" lautet der Leitgedanke, den die Selbstvertreter von Menschen mit Handicap über ihre Bodensee-Deklaration mit Forderungen nach einer stärkeren Akzeptanz ihrer Anliegen gestellt haben. Zum Auftakt des Aktionstages "Mittendrin" in Überlingen überreichten die Verfasser das Papier an Manfred Lucha, den Minister für Soziales und Integration, Landrat Lothar Wölfle und Günter Hornstein als Vertreter von Überlingens Oberbürgermeisterin Sabine Becker.

Neben einer Barrierefreiheit in verschiedenen Lebensbereichen fordern die Vertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz genügend Assistenz und Unterstützung, um in der Mitte der Gesellschaft ihren Beitrag leisten zu können. Offene Türen rannten sie dabei nicht nur bei Minister Lucha ein, der ihnen Mut machte und den Rücken stärkte. Dass Lucha für das Anliegen die richtige Adresse sei, hatte auch Landrat Lothar Wölfle für den Landkreis als Veranstalter bekräftigt. Schließlich kenne der Minister die Thematik von seiner Arbeit in der Region bestens und sei selbst vor sieben Jahren Mitbegründer des Aktionstages "Mittendrin" gewesen. Wölfle hob dessen Bedeutung hervor. Allerdings zeige die Notwendigkeit des Aktionstages auch, dass es noch einiges zu tun gebe. "So lange es das braucht, sind wir noch nicht in der Normalität angekommen", betonte er.

Viel Musik, Tanz und Theater

Mehr als 35 Einrichtungen aus der Bodenseeregion stellten an der Überlinger Promenade zwischen Landungsplatz und Badgarten sich und ihre Arbeit vor. Sie bewirteten die Besucher und boten ein buntes Programm mit viel Musik, Tanz und Theater. Das Wetter leistete seinen Beitrag und zeigte sich entgegen der Prognosen zumindest bis kurz vor dem Ende von seiner besten sommerlichen Seite.

"Es bleibt keiner auf der Strecke", versprach Minister Manfred Lucha. Für diesen gesellschaftlichen Zusammenhalt setze er sich ein. Lucha zitierte dabei gerne seinen "schwarzen Ziehvater Egon Stoll", den ehemalige Sozialdezernenten im Kreis: ""Es gibt keine Ränder der Gesellschaft. Alles, was stattfindet, ist mittendrin. Teilhabechancen für alle sind unabdingbar." Mit diesem Denken habe der Bodenseekreis im Grunde eine "Blaupause" für Konzepte im ganzen Land bereitgestellt.

Bayerischer Schwabe

Viele kennen den Ravensburger Manfred Lucha (55) von seiner Arbeit bei Pauline 13, aber auch aus kleinen Nebenrollen im Tatort. Dennoch warnte Landrat Wölfle vor dessen Auftritt als Minister für Soziales und Integration vor möglichen Irritationen aufgrund des bayerischen Dialekts. Den hat er sich auch nach 34 Jahren im Ländle gerne bewahrt, sagte der in Altötting geborene Politiker. (hpw)