Der Tag war wie gemacht für die dritte Tour der „Wanderlust“ von Verschönerungsverein (VVÜ) und SÜDKURIER, an der sich rund 50 Interessierte beteiligt haben. Die Sonne strahlte von einem hellblauen Himmel, das saftige Grün von Gras und Bäumen sowie die reifen Äpfel und Beeren setzten leuchtende Akzente.

Saftiges Grün, ein hellblauer Himmel und eine bunt gewürfelte Wandergruppe sorgten für einen abwechslungs- und erlebnisreichen Tag.
Saftiges Grün, ein hellblauer Himmel und eine bunt gewürfelte Wandergruppe sorgten für einen abwechslungs- und erlebnisreichen Tag. | Bild: christiane keutner, extern

Tour führt durch Mischwald, über Wiesen und Felder

Abwechslungsreich war auch die Strecke. Abseits vom Asphalt ging es entlang von Pfaden, zuweilen treppauf und treppab, über die Aach, durch Mischwald, durch Fichtenwälder sowie über Wiesen und Felder.

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„Wenn sich morgens um 10 Uhr die Wolken und Ehemänner verzogen haben, wird‘s ein schöner Tag“, scherzte Wanderführer Hermann Keller. Humor durchzog seine Erläuterungen zur Geschichte, denen die Teilnehmer interessiert folgten.

Seine Heimat brachte Wanderführer Hermann Keller (links) der Gruppe mit viel Herzblut nahe. Neben geologischen und landschaftlichen Besonderheiten erzählte er viel Interessantes über die Botanik, wie hier im Aachtobel.
Seine Heimat brachte Wanderführer Hermann Keller (links) der Gruppe mit viel Herzblut nahe. Neben geologischen und landschaftlichen Besonderheiten erzählte er viel Interessantes über die Botanik, wie hier im Aachtobel. | Bild: christiane keutner

Wanderer machen Station bei Wallfahrtsstätte „Maria im Stein“

Im Vordergrund standen die vielen Informationen zu den Besonderheiten entlang des Wegs – das zeichnet die Touren von VVÜ und SÜDKURIER aus. So machte die Gruppe Station bei der Wallfahrtsstätte „Maria im Stein“. Dort überraschte der neue Lippertsreuter Ortsvorsteher Siegfried Hanßler die Teilnehmer mit heimischem Apfelsaft und Wasser.

Der neue Lippertsreuter Ortsvorsteher Siegfried Hanßler (Mitte) und seine Frau Irene überraschten die Wanderer mit Wasser und Apfelsaft, den Rolf Briddigkeit (vorn) probierte.
Der neue Lippertsreuter Ortsvorsteher Siegfried Hanßler (Mitte) und seine Frau Irene überraschten die Wanderer mit Wasser und Apfelsaft, den Rolf Briddigkeit (vorn) probierte. | Bild: christiane keutner

Er hielt sich nicht lange mit einer Rede auf, sondern verwies an Heimatkundler Hermann Keller, der das viel besser könne. „Er weiß zu jedem Baum eine Geschichte. Auch wenn sie nicht ganz stimmt, er macht was draus“, scherzte er.

Am Wallfahrtsort „Maria im Stein“ legten die Wanderer eine kleine Pause ein, während Wanderführer Hermann Keller (rechts) Wahres und Sagenhaftes über die Geschichte des Ortes erzählte.
Am Wallfahrtsort „Maria im Stein“ legten die Wanderer eine kleine Pause ein, während Wanderführer Hermann Keller (rechts) Wahres und Sagenhaftes über die Geschichte des Ortes erzählte. | Bild: christiane keutner, extern

Keller zeigte sich als versiert in den Wissensgebieten Geologie, Geografie und Geschichte. Interessant waren vor allem seine Ausführungen zu seltenen Vögeln wie Eisvogel oder Wasseramsel sowie Pflanzen im Aachtobel.

„Wir leben seit sechs Jahren hier und lernen auf diese Weise Land und Leute besser kennen. Mit Hermann Keller zu laufen ist immer interessant und Bewegung tut auch gut.“ – Karola Marowsky, Lippertsreute
„Wir leben seit sechs Jahren hier und lernen auf diese Weise Land und Leute besser kennen. Mit Hermann Keller zu laufen ist immer interessant und Bewegung tut auch gut.“ – Karola Marowsky, Lippertsreute | Bild: Christiane Keutner

Woher Gewanne ihre Namen haben

Künftig werden die Wanderer sich sicher auch Gedanken über Gewann-Namen machen, spiegeln sie doch Landschaft und Vorkommnisse wider, erklärte Keller. Wie der „Wolfsgalgen“, auf dem die Einwohner den Raubtieren einst raffinierte Fallen stellten, um sie von ihren Höfen fernzuhalten. „Hoheich“ und „Holzäcker“ deuten auf ehemals stark bewaldete Flecken hin. Vielleicht macht sich der eine oder andere demnächst auch auf die Suche nach Haifischzähnen und Muscheln, Relikte aus der Eiszeit.

Reich gedeckt ist der Obstgarten in Lippertsreute. Gudrun Oesterle, Ursel Marohn und Michael Wilkendorf vom VVÜ Überlingen probieren im Vorbeigehen ein paar Brombeeren.
Reich gedeckt ist der Obstgarten in Lippertsreute. Gudrun Oesterle, Ursel Marohn und Michael Wilkendorf vom VVÜ Überlingen probieren im Vorbeigehen ein paar Brombeeren. | Bild: christiane keutner

Verkostung und Informationen auf dem Hofgut

Mystisches faszinierte ebenso. So sagt man dem Haselnussbaum, der für Wünschelruten verwendet wird, weitere Kräfte zu. Fakt ist: Die Frucht schmeckt. Auch flüssig, wie man auf dem Hofgut der Familie Knoll probieren durfte. Daneben gab es weitere Spezialitäten, unter anderem Käse vom Hagenweiler Hof.

Die Pause wurde mit Informationen zu den Höfen garniert und zur aktuellen Debatte um das Volksbegehren für Bienen und Artenvielfalt. So erklärte Joachim Knoll, warum er als Landwirt das Volksbegehren ablehne. „Uns Landwirten liegt die Natur genauso am Herzen, wir pflegen und hüten unsere Kulturlandschaft und wir sorgen für Artenvielfalt“, argumentierte er.