Der Weg war am Anfang sehr holprig, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wer die Gelegenheit nutzte, um nach den Ansprachen zur Einweihung im nahezu leeren Parkhaus Bodenseetherme eine Runde durch alle Parkebene zu drehen, der konnte sich davon überzeugen. Bemerkenswert war für Oberbürgermeister Jan Zeitler, dass in den 18 Monaten sowohl der Zeitplan als auch der Kostenplan eingehalten worden seien.

9 Millionen Euro für 189 Stellplätze

Rund 9 Millionen Euro brutto für 189 Stellplätze seien ein stolzer Preis, doch der ungewöhnliche Grundriss und das schwierige Umfeld hätten das Vorhaben zu einer Herausforderung gemacht, betonte Architekt Christian Dirumdam vom Hamburger Büro Schaltraum. „Wir haben das Gebäude quasi dreimal geplant“, erinnerte Dirumdam: zunächst mit zwei Untergeschossen, dann mit drei Untergeschossen und schließlich ganz ohne Untergeschoss.

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„Kein Kleid von der Stange, sondern Haute Couture“

Obwohl das Parkhaus aus Lärmschutzgründen an zweieinhalb Seiten geschlossen worden sei, biete es eine helle, freundliche Atmosphäre und es gebe keinerlei „Angsträume“. „Das ist kein Kleid von der Stange, das ist schon Haute Couture“, kommentierte der Architekt die Fassade. Damit sei das Gebäude ein würdiger Auftakt für die Stadt aus Richtung Westen. Der Bezug zur Gartenschau werde mit Begrünung noch klarer. „Wir sind stolz darauf und ich glaube, die Stadt kann es auch sein.“

Vor der Einweihung des Parkhauses Bodenseetherme hatte das Stadtwerk die Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen.
Vor der Einweihung des Parkhauses Bodenseetherme hatte das Stadtwerk die Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen. | Bild: Stadtwerk Am See

Schültke: „Kritik ist verstummt“

Dass es in der Vorphase viel Kritik gegeben habe, sei normal, hatte Jan Zeitler schon deutlich gemacht. Seit das Parkhaus fertig sei, sei diese allerdings verstummt, bestätigt auch Norbert Schültke, Geschäftsführer des Bauherrn Stadtwerke Überlingen. Schültke dankte allen Baufirmen und Handwerkern. Sie hätten bewiesen, dass man noch mit Qualität bauen könne und zugleich den Zeit- und Kostenplan einhalten. Der ohnehin schon hochwertige Sichtbeton sei von Künstlerin Renata Jaworska auf der unteren Ebene noch optisch aufgewertet worden.