Überlingen – Nach den vier Läufen am Sonntag wirkte Organisator Markus Dufner am Montag etwas angespannter. Dabei war das Wetter deutlich besser und es standen nur zwei Läufe auf dem Programm. Aber wenn 850 hoch motivierte junge Läufer aus den Überlinger Kindergärten und Schulen auf den Startschuss warten, dann ist ein wahres Organisationstalent gefragt.

Holger Päsler von der Tanzschule Päsler gab den Startschuss für die knapp 150 Bambini, die die Marathonstrecke über 600 Meter quer durch die Altstadt zurücklegen mussten. Die Bambini hätten ihn beim Start beinahe noch überrannt. "Die sind viel zu schnell gestartet", sagte Holger Päsler etwas irritiert.

Das Rennen versprach Spannung bis zum Schluss, als die dreijährige Julina vom Kindergarten Nesselwangen unter dem tosenden Beifall der vielen Zuschauer über die Ziellinie lief. "Wie haben mit unseren 18 Kindern in den vergangenen Wochen hart trainiert", war aus gut informierten Kreisen des Kindergartens zu erfahren. "Und eine Platzierung unter den 'top Ten' wäre natürlich auch wünschenswert." Das hat dieses Jahr leider nicht ganz geklappt. Aber der Kindergarten Nesselwangen stellte doch noch einen Streckenrekord auf: Mit ihrem Joker, dem zweijährigen Lukas, schickten sie den jüngsten Läufer auf die Strecke. Auch er kam mit Muskelkater ins Ziel.

Bei den anschließenden Schülerstaffeln by Tanzschule Pässler gab es ein Wiedersehen mit dem Star des Brugger-und-Schiessle-Funruns vom Vortag: Rudi Schmidt lief wieder mit, als Schlussläufer der Unschlagbaren Drei sollte er wieder das Feld von hinten aufrollen. Aber die Beine waren wohl etwas schwer geworden nach so vielen Rennen, jedenfalls reichte es nur für den zweiten Platz in ihrer Kategorie.

Als Top-Favoriten wurden die Mannschaften der Realschule Überlingen gehandelt. "Nein, Doping brauchen wir nicht", entgegnete eine Lehrerin der Realschule, die namentlich nicht genannt werden möchte, auf die Frage nach dem Hintergrund des Erfolges: "Wir haben den härtesten Sportunterricht von allen, ohne Sporthalle müssen wir das ganze Jahr draußen an der frischen Luft trainieren. Unsere Läufer sind fit!"

Für die Owinger Auentalschule starteten zwei Gruppen mit Flüchtlingskindern aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Masut Nazari, Abdulbaset Nazari und Mansur Nazari liefen mit Startnummer 107, Arezu Mohamadi, Mahdia Mohamadi und Majad Al Saleh liefen mit Startnummer 108 ihren ersten Staffelmarathon hier in Deutschland. Ihre Trainerin Sabine Kosiedowski hatte sie speziell vorbereitet und den Staffellauf erklärt. Ihr Geheimnis des Erfolges: "Sport motiviert die Flüchtlinge, die brauchen fast kein Training." Sie ergänzte noch, dass fast das ganze Dorf mitgekommen sei, um seine Stars anzufeuern.

Für das JLM-Team mit Julia Maurer, Leah Hornstein und Maren Amann hingegen lief es nicht so gut, trotz der guten Musik auf den Ohren: Maren lief den Marathon mit den größten Kopfhörern und der besten Musik, wie Moderator Rainer Jäckle feststellte. Entsprechend schnell ging sie das Rennen an, am Ende reichte es für Platz 14 in ihrer Kategorie. Nur noch drei Mannschaften waren langsamer. Und während auf den letzten Metern nochmals das Tempo erhöht wurde, diente die Zeughausgasse als kreative Abkürzung, um zwischen Christophstraße und Jakob-Kessenring-Straße noch ein paar Sekunden rauszuholen.

Ausgesuchte Ergebnisse

Das schnellste Team war SPTO mit Simon Tumback, Philipp Schoch und Tom Wesselbaum. Sie brauchten für die Strecke 11 Minuten und 49 Sekunden. Nur zwei Sekunden trennen sie vom Platz 2, den sich das Team L-F-L mit Laurin Knapp, Freddie Raible und Lars Kolberg sicherte. Platz 3 ging an Benjamin Bitzer, Luca Hönig und Paul Fränzki mit 11 Minuten und 55 Sekunden.

Mit einer Gesamtzeit von 26 Minuten und 22 Sekunden liefen die Sportys mit Karen Gossen, Laura Gossen und Gülfizar Ükil am gemütlichsten.