Die Fichten im Stadt- und Spitalwald Überlingen leiden unter der massiven Ausbreitung des Borkenkäfers. "Wir sind schon seit Wochen pausenlos mit dem Einschlag befallener Fichten beschäftigt", heißt es in einer Stellungnahme der Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst. Bisher seien rund 5000 Festmeter Fichtenholz dem Käfer zum Opfer gefallen, das entspricht einer Anzahl von ungefähr 5000 Bäumen. Der Schaden durch die Holzentwertung beträgt rund 100 000 Euro.

Der Grund für die starke Vermehrung der Käfer ist die seit April anhaltende Trockenheit, dazu kommen die teilweise extrem hohen Temperaturen des Sommers, erklärt die Abteilung in der Mitteilung. Der Borkenkäfer bedeutet für einen Baum in der Regel den Tod: Die Käfer legen sich in die Rinde, legen Eier und ernähren sich durch den Bast.

Für die Forstmitarbeiter ist die Fällung der Fichten die einzige Möglichkeit, um die Ausbreitung zu stoppen. Sie sind derzeit im Dauereinsatz. Die Fällung und Aufarbeitung der befallenen Bäume müsse unmittelbar geschehen, nur so könne der Ausflug der fertig entwickelten Borkenkäfer verhindert werden. Dazu werden die Holzpolter mit einem zugelassenen Insektizid gespritzt oder alternativ auf ein Nasslager gefahren, heißt es in der Stellungnahme.

Der Stadt- und Spitalwald wird derzeit wöchentlich kontrolliert, eine Besserung ist nicht in Sicht. "Ein Ende der Borkenkäfergefahr ist leider noch nicht abzusehen", so die wortwörtliche Aussage der Abteilung.

In den Wäldern entstehen durch die geschlagenen Bäume freie Flächen, die später aufgeforstet werden sollen. Auf Nachfrage heißt es, dass pro Hektar rund 3000 neue Pflanzen eingeplant sind. Bei einzelnen Bäumen, die im Bestand ausfallen, sei jedoch keine Nachpflanzung erforderlich. In welchem Ausmaß Freiflächen aufgepflanzt werden müssen, kann nach derzeitigem Stand nicht abgeschätzt werden.