Owingen – Lackier- und Karosseriearbeiten sowie Unfallinstandsetzung: Das bietet der Autolackier-Fachbetrieb Siegfried Petautschnig, Hauptstraße 38, und das seit bereits einem halben Jahrhundert. Ob Rostschutzbehandlung, ob Hohlraumversieglung oder ob Unterbodenschutz, bei Neuwagen, bei Young- und Oldtimern oder bei Unfallwagen: Mit diesen und vielen weiteren Arbeiten hat sich das Unternehmen in der Region in den 50 Jahren einen Namen gemacht.

Zwar wird das Unternehmen von Thorsten Petautschnig geleitet, der Fachbetrieb läuft aber immer noch auf den Namen seines Vaters Siegfried Petautschnig, mittlerweile 81 Jahre alt. Bis 2018 stand der Firmengründer noch jeden Tag in der Lackiererei, bevor er alters- und krankheitsbedingt kürzer treten musste. „Im Großen und Ganzen hat immer alles gut geklappt, wir sind zufrieden“, sagen Siegfried und seine Frau Hedwig rückblickend. Aufgrund der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr kein Geburtstagsfest mehr geplant, eventuell ein Gartenfest im kommenden Jahr, sofern es die Lage zulässt. Ebenso steht 2022 die Betriebsübergabe an.

Es war im November 1971, als Siegfried und „Hedi“ Petautschnig das Unternehmen aus der Taufe hoben. Das war anfangs noch mit etwas Schwierigkeiten verbunden, weil Siegfried Petautschnig zunächst noch über keinen Meistertitel verfügte. Diesen holte er aber bald nach. Meister nannte sich damals aber bereits Josef Rauer, der aus diesem Grund schnell das Team vervollständigte. Die Firma nannte sich fortan „Petautschnig und Rauer“. Von Anfang an gab es einen großen Kundenzulauf. Das war auch darauf zurückzuführen, dass Siegfried Petautschnig viele Kunden aus seiner früheren Tätigkeit als Angestellter in Friedrichshafen mitbrachte. Zunächst gab es nur einen einzigen großen Raum inklusive kombinierter Spritz- und Trockenkabine, in denen gearbeitet wurde.

Doch schon bald stieß man an seine Kapazitätsgrenze: Aus diesem Grund wurde im Jahre 1977 eine Halle zuzüglich einer separaten Trockenkabine angebaut, in der auch noch heute gearbeitet wird. Mittlerweile sind es acht, teilweise langjährige Mitarbeiter, die im Unternehmen tätig sind.

Sohn Thorsten legte im Jahre 2000 seine Meisterprüfung ab, hatte zuvor schon viele Jahre im Familienunternehmen gelernt und ein paar Jahre in einem anderen Betrieb gearbeitet, bevor er wieder zum elterlichen Betrieb stieß. Sehr stolz sind die Firmengründer darauf, dass Enkel Jannes derzeit eine Lehre als Fahrzeuglackierer absolviert: Er befindet sich im dritten Lehrjahr.

Regelmäßig bildet der Owinger Lackierbetrieb Lehrlinge aus, und das seit 1973. „Es waren bestimmt so 35 Lehrlinge, die bei uns gelernt haben“, sagt Hedi Petautschnig, „viele kommen auch gerne zu uns zurück und zeigen sich in den Gesprächen sehr dankbar.“ Auch Praktikanten insbesondere aus Hauptschulen nimmt das Haus immer wieder gerne auf.

Zum Unternehmen

Autolackierer-Fachbetrieb
Petautschnig,

Karosserie-Reparaturwerkstatt und Autolackiererei

Hauptstraße 38
88696 Owingen

Telefon: 0¦75¦51/6¦15¦53

Weit über die Gemarkungsgrenzen bekannt

Owingen (hk) Siegfried Petautschnig verfügt über ein großes Gespür für Farben: Er entwickelte schon in den 1970er-Jahren eine bestimmte Technik für Farblackierungen, für den das Haus Petautschnig schnell über die Gemarkungsgrenzen Owingens hinaus bekannt wurde. Nicht wenige Kunden kamen von Ulm, Stuttgart und von noch weiter her, um beispielsweise ihren Mercedes 280 SL „Pagode“ entsprechend lackieren zu lassen. Der beim Genfer Automobil-Salon im März 1963 vorgestellte „Pagode“ sorgte damals nicht nur bei der Fachwelt für Aufsehen. Der 230 SL war der weltweit erste Sportwagen mit einer innovativen Sicherheitskarosserie, von 1968 bis 1971 lief der weiterentwickelte 280 SL vom Band. Ein solches Modell – ein 280 SE 3,5 Liter – steht bereits seit 51 Jahren vor dem Haus des Unternehmens. Lackiert mit einer Farbe, die Siegfried Petautschnig seinerzeit entwickelt hatte und mit der er 1982 das Fahrzeug letztmals behandelte.

Für was das Unternehmen alles zuständig ist, lässt sich anhand eines Bildes erkennen, das im Büro aufgehängt ist. Dort heißt es: „Bei Rost und Kratzern, Dellen, Beulen, könnten Autonarren heulen. Da muss ein Lackierer ran, der alles wieder richten kann. Er kann spachteln, schleifen und grundieren, perfekt Lack auftragen und polieren. Auch Effekte, Paintbrush, Sonderfarben, können seine Kunden haben.“