Der Überlinger See wurde diese Woche kräftig befahren: 38 Segelboote mit 43 Kindern waren täglich auf dem Bodensee unterwegs. Grund dafür ist das Jugendseglercamp, ein Angebot, das die Überlinger Seglergemeinschaft (SGÜ) seit 19 Jahren in den Sommerferien anbietet. Zwei Camps gibt es jedes Jahr, eines für Jugendliche von 13 bis 18 Jahren und ein zweites für die Sieben- bis Zwölfjährigen. „Die Kinder kommen aus allen Nachbarorten, denn der Überlinger See ist sehr beliebt zum Segeln“, erklärt Jugendleiterin Caroline Elstner.

Insgesamt 38 Segelboote waren jeden Tag auf dem Wasser unterwegs. Unter ihnen ist Jara Korherr auf ihrem Opti „Dr. Grünschnabel“.
Insgesamt 38 Segelboote waren jeden Tag auf dem Wasser unterwegs. Unter ihnen ist Jara Korherr auf ihrem Opti „Dr. Grünschnabel“. | Bild: Judith Brouwers

Heute ist der letzte Tag des Feriencamps. Von Montag an haben die Kinder auf dem Gelände der SGÜ die Grundlagen des Segelns gelernt. Mehr als die Hälfte von ihnen sind komplette Neulinge, andere haben schon erste Erfahrungen gemacht. Damit alle Kinder optimal betreut werden können, haben die beiden Jugendleiter Christoph Allweier und Caroline Elstner die Kinder entsprechend ihres Könnens in Gruppen eingeteilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Bevor es am ersten Tag ins Wasser ging, stand für die Anfänger erst einmal etwas Theorie an. Sie lernten zum Beispiel, dass es verschiedene Windstellungen gibt, die der Segler beachten muss. Auf die Frage „Können wir direkt gegen den Wind segeln?“ antworteten alle Kinder lautstark „Nein!“ und erfuhren daraufhin, wie sie mit der richtigen Technik in Richtung Wind segeln können. Nach der theoretischen Einführung hieß es für die Kinder schließlich: raus aus der normalen Kleidung, rein in den Neoprenanzug mit Schutzweste und hinaus mit den Optis auf den See. Optis, so heißen die kleinsten Segelboote für Kinder und Jugendliche.

Mehrere Stunden auf dem Wasser

Vier bis fünf Stunden haben die Kinder jeden Tag auf dem Wasser verbracht. Und das auch bei Regen. „Es hat sich sogar besser als in den vergangenen Jahren gesegelt“, sagt Jugendleiter Christoph Allweier. Die Kinder seien zwar weniger motiviert, wenn es keinen blauen Himmel gebe, aber der Wind mache das Lernen leichter.

Der Bodensee war diese Woche voller Nachwuchs-Segler.
Der Bodensee war diese Woche voller Nachwuchs-Segler. | Bild: Judith Brouwers

Obwohl viele von ihnen Anfänger sind, konnten die Kinder schon am ersten Tag Alleingänge auf den Bodensee unternehmen. Damit das möglich ist, mussten sie erst einmal lernen, wie ein Segelboot aussieht, welche Leinen es gibt und vor allem, wie sie den Opti steuern können. Auch, wie sie sich und ihr Boot vor dem Kentern bewahren können, lernen die Kinder. Der elfjährige Lennart Rockenstein erzählt: „Da hatte ich schon etwas Sorge, dass etwas schief geht.“ Insgesamt hatten die Kinder in ihrer Schnupper-Woche viel Spaß. Die achtjährige Freyja Kragh, die zum ersten Mal segelt, sagt stolz: „Am ersten Tag konnten wir schon richtig schnell fahren. Ich freu‘ mich auf die Regatta.“

„Ich freu‘ mich auf die Regatta.“ Freyja Kragh, 8 Jahre
„Ich freu‘ mich auf die Regatta.“ Freyja Kragh, 8 Jahre | Bild: Judith Brouwers
„Das Segeln und das gemeinsame Übernachten macht mir sehr viel Spaß.“ Lennart Rockenstein, 11 Jahre
„Das Segeln und das gemeinsame Übernachten macht mir sehr viel Spaß.“ Lennart Rockenstein, 11 Jahre | Bild: Judith Brouwers

Heute, am Ende der Woche, steht eine große Wettfahrt aller Teilnehmer an. Doch nicht nur die Regatta ist ein Höhepunkt für die Nachwuchs-Segler. Am Mittwoch kam die Wasserschutzpolizei zu Besuch und gewährte den Kindern einen exklusiven Einblick in ihr Schiff.

Das könnte Sie auch interessieren