Die Erleichterung ist allen Beteiligten anzumerken: Dass nach zweijähriger Unterbrechung wieder eine Kleiderbörse im Kursaal in Überlingen stattfinden konnte und problemlos über die Bühne ging, lässt Johanna Nagel vom Organisationsteam aufatmen. „Insgesamt war der Ablauf ziemlich flüssig“, bilanziert sie. „Echt gut, dass die Börse mal wieder stattgefunden hat und so gut ausgegangen ist.“ Mit 280 Kunden und 2682 verkauften Artikeln sei der Umsatz trotz begrenztem und reguliertem Zugang fast so hoch wie vor der Pandemie gewesen.

Nach zweijähriger Pause warteten die Waren im Kursaal auf Kundschaft. Mit Pfeilen auf dem Boden wurde ein Einbahnstraßensystem markiert.
Nach zweijähriger Pause warteten die Waren im Kursaal auf Kundschaft. Mit Pfeilen auf dem Boden wurde ein Einbahnstraßensystem markiert. | Bild: Veranstalter

120 Helfer im Kursaal im Einsatz

Normalerweise ist die Organisation der Kleiderbörse, die nach Angaben der Veranstalterinnen zu den größten in der Bodenseeregion gehört, für die Verantwortlichen Routine. Zweimal im Jahr haben Familien dadurch die Möglichkeit, saisonale Kinderkleidung, Schuhe, Spielzeug oder Babyutensilien günstig zu erwerben oder weiterzuverkaufen. Im März 2020 musste das Team aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig die Notbremse ziehen. Nach mittlerweile drei abgesagten Börsen in Folge wurde ein Hygienekonzept erstellt, welches unter größtmöglicher Sicherheit und mit 120 Helfern die Kleiderbörse im Kursaal zuließ.

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Zeitfenster für den Einkauf und Einbahnstraßensystem

Zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wurden unter anderem Zeitfenster für den Einkauf vergeben und ein Einbahnstraßensystem im Verkaufsbereich etabliert. „Alle haben sich an die Regeln gehalten, die Abstände gewahrt und achtgegeben“, berichtet Johanna Nagel. Einige der Neuerungen möchte das Team auch für die Zeit nach der Pandemie beibehalten. Dass die Verkäufer ihre Waren draußen abgeben und wieder in Empfang nehmen, sorge für kürzere Wartezeiten und weniger Fehler bei der Einsortierung.

Jona, Lisa und Stefan Seidel (von links) haben gerade ihre nicht verkauften Kindersachen und ihre Einnahmen am Kursaal abgeholt: „Wir haben gefühlt die Hälfte verkauft“, freut sich die Familie.
Jona, Lisa und Stefan Seidel (von links) haben gerade ihre nicht verkauften Kindersachen und ihre Einnahmen am Kursaal abgeholt: „Wir haben gefühlt die Hälfte verkauft“, freut sich die Familie. | Bild: Miriam Altmann

So ging es auch ganz schnell, als Lisa und Stefan Seidel mit ihrem Sohn Jona zur Warenrückgabe kamen. Gleich nachdem sie erfahren hätten, dass die Börse wieder stattfindet, meldeten sie sich an. „Wir machen das regelmäßig und haben gute Erfahrungen damit gemacht“, sagte Vater Stefan. Gefühlt die Hälfte ihrer Kindersachen hätten sie dieses Mal verkauft, freuten sich die Eltern. 75 Prozent des Erlöses nahmen sie mit nach Hause, 25 Prozent kommen dem Familientreff Kunkelhaus und dem städtischen Kinderhaus St. Angelus zugute.

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Kleiderbörse wichtige Einnahmequelle für Veranstalter

Die beiden Einrichtungen kooperieren seit über 25 Jahren und befinden sich seit 2017 gemeinsam unter dem Dach des Familienzentrums Altstadt. Die Kleiderbörse ist für die beiden Veranstalter eine wichtige Einnahmequelle, weshalb sich die pandemiebedingte Pause auf die Finanzen auswirkte. „Wir freuen uns, dass wir wieder Einnahmen haben, die wir zugunsten der Familien in Überlingen investieren können“, sagte Kassenwartin Freya Kölble vom Vorstand des Familientreffs Kunkelhaus. „Schön war auch, dass wir den Familien endlich wieder ermöglichen konnten, gebrauchte Kleidung und Spielsachen in einem solchen Umfang und Spektrum günstig zu kaufen und zu verkaufen.“