Wie viele Zähne hat ein Wildschwein? Die Schüler der Grund- und Hauptschule Frickingen wissen jetzt: Es sind 44 Zähne und ein paar messerscharfe Hauer. Das erklärte Hegeringleiter Hubert Viellieber den 90 Kindern aus Frickingen und den Schülern aus Überlingen und Salem. 250 Schulkinder waren zum sechsten Jägertag unter dem Motto „Lernort Natur“ in den Wald bei Lippertsreute gekommen.

Nach dem Parcours Würstchen zur Stärkung

Dort hatte sich der badische Jägerverband gründlich vorbereitet, denn Lernen in der freien Natur macht vor allem sehr hungrig. So wurden alle Kinder, nachdem sie den Parcours aus sechs Stationen durchlaufen hatten, erst einmal mit Würstchen versorgt.

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Tiere töten nur, wenn sie hungrig sind

„Da oben kreist ein Milan, der ist auf der Suche nach Beute“, erklärte Hegeringleiter Hubert Viellieber seinen jungen Schülern und zeigte auf den Himmel. Klasse für Klasse bestaunte erst einmal die ausgestellten Wildtiere des Waldes im offenen Schauwagen und fand sich dann bei Hubert Viellieber ein, um etwas über die Tiere des heimischen Waldes zu lernen. Der Jäger erklärte ihnen, Fuchs, Wildschwein und auch der Wolf seien nicht etwa böse, sondern sie reißen ein anderes Tier nur, weil sie hungrig sind.

Hubert Viellieber, Hegeringleiter des badischen Jägerverbands: „Die Natur ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebensumfeldes und darum ist es wichtig, den Schülern einen Zugang zu ihr zu eröffnen.“
Hubert Viellieber, Hegeringleiter des badischen Jägerverbands: „Die Natur ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebensumfeldes und darum ist es wichtig, den Schülern einen Zugang zu ihr zu eröffnen.“ | Bild: Stef Manzini

Viellieber sagte, es sei ihm und den anderen Beteiligten ein wichtiges Anliegen, den Kindern Tipps zu geben und Tricks zu lehren, wie sie sich im Wald verhalten sollten. Die Schüler lernten auch die Aufgaben des Jägers im Wald kennen.

Jagdhunde lassen sich streicheln

Anneliese Schmeh war mit ihrem Jagdterrier Biene und zwei Begleitern nebst ihren Hunden an den Waldrand gekommen. Schmeh erklärte eine ihrer Aufgaben: „Wenn wir von einem angefahrenen Rehkitz hören, dann gehen wir mit den Hunden los und versuchen, es zu finden. Das nennt man Nachsuchen.“ Die Kinder hörten ihr aufmerksam zu. Sie waren angetan von der Ruhe, Disziplin und Freundlichkeit der drei Jagdhunde und durften diese auch mal streicheln. Die Schüler der Burgbergschule Überlingen erfuhren außerdem, dass man ein Rehkitz auf keinen Fall anfassen darf, denn sonst nimmt die Mutter es nicht mehr an.

Ein Ladewagen diente als improvisierter Hochsitz. Mit Ferngläsern ausgestattet, spähten die Kinder nach Fuchs und Wildschwein.
Ein Ladewagen diente als improvisierter Hochsitz. Mit Ferngläsern ausgestattet, spähten die Kinder nach Fuchs und Wildschwein. | Bild: Stef Manzini

Ferngläser verteilte Bruno Mayer auf dem improvisierten Hochsitz, einem Ladewagen. Das interessierte vor allem die Jungen der Realschule Überlingen brennend. Im Wald verteilt waren Fuchs, Hase oder Wildschwein zu erspähen, natürlich aus Pappe, denn besonders das Wildschwein ist auch ein gefährliches Tier, erklärte der Jäger.

Die Schulkinder aus Salem-Neufrach lauschten aufmerksam den Ausführungen Hartmut Kohlers, der ihnen alles über den Fuchs erklärte. „Der frisst zu 90 Prozent Mäuse, aber geht auch schon mal in den Hühnerstall.“

Rehe fressen nur ungiftige Pilze

Die Pilzfreunde Überlingen hatten einen Stand mit essbaren, aber auch giftigen Exemplaren aufgebaut. Georg Mutscheller verriet den Schülern der Grundschule Lippertsreute, dass ein Reh nur die guten Pilze frisst.

Die Jagdhornbläser stellten den Kinder verschiedene Signale vor.
Die Jagdhornbläser stellten den Kinder verschiedene Signale vor. | Bild: Stef Manzini

„Dieser Bursche hat sich richtig breitgemacht und ist ausgewachsen ein richtiger Kobold“, erklärte Kurt Kirchmann Kindern aus Neufrach und meinte damit den Waschbär. Er zeigte den Kindern Fellstücke von Luchs und Waschbär.

Am Ende des Jagdtags, begleitet vom Roten Kreuz Salem und musikalisch gestaltet von den Hornbläsern, gab es Urkunden für die Kinder.

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