Die Infektionsambulanz sei „ruhig aber geordnet angelaufen“. Das teilte Dr. Rainer Röver auf Anfrage mit. Röver, Hausarzt aus Überlingen, war Koordinator beim Aufbau der Infektionsambulanz, die einem erhöhten Bedarf an ärztlicher Betreuung in der Corona-Krise begegnet. Die Leitung hat er mittlerweile abgegeben.

Zur Entlastung der Akutkrankenhäuser

Ziel der Ambulanz ist es, Patienten schnell eine Antwort auf die Frage zu geben, ob sie Symptome aufweisen, die für einen Corona-Test sprechen, ob sie eventuell akut ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, oder ob sie sich mit den entsprechenden Medikamenten wieder nach Hause begeben können. Die Infektionsambulanz ist in der Kreissporthalle am Schulzentrum untergebracht und für bis zu 200 Patienten im Wartebereich ausgelegt. Eröffnet wurde sie am vergangenen Donnerstag.

Vier Behandlungszimmer stehen zur Not zur Verfügung, sowie große Wartehallen für bis zu 150 Patienten.
Vier Behandlungszimmer stehen zur Not zur Verfügung, sowie große Wartehallen für bis zu 150 Patienten. | Bild: Hilser, Stefan

Röver zog am Dienstag dieser Woche Laut R Zwischenbilanz: „Im Tagesschnitt wurden bisher zwischen 20 und 40 Patienten behandelt, mit leicht ansteigender Tendenz. Die Abläufe funktionieren, und die Ambulanz ist damit gut vorbereitet auf eine Zunahme von Patienten“, teilte er mit.

Leitung liegt jetzt bei Dr. Link

Röver selbst legt die Leitung der Infektionsambulanz nieder, „wegen ungeklärter haftungs- und versicherungsrechtlicher Fragen“, wie er mitteilte. Diese Ambulanz werde nun, wie die Notfallpraxis im Helios-Spital, von Dr. Cordula Link geleitet. Röver: „Der Ambulanzbetrieb läuft aber ganz normal weiter, und ich werde auch weiterhin hier Dienste machen und Frau Dr. Link unterstützen“. Für die Patienten ergäben sich dadurch keine Einschränkungen.

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Patienten, die an Fieber oder einem Atemwegsinfekt leiden oder eine Infektion mit dem Corona-Virus befürchten, stimmen sich telefonisch mit ihrem Hausarzt ab. Dieser entscheidet, ob eine Zuweisung in die Infektionsambulanz notwendig ist. Die Patienten werden ausdrücklich davor gewarnt, die Infektionsambulanz unaufgefordert aufzusuchen. Bei begründetem Risiko werden Patienten auch auf eine Infektion mit dem Corona-Virus per Abstrich getestet. Die Kriterien, wer getestet wird, werden durch das RKI und das Gesundheitsamt vorgegeben.