Die neue kleine Population der Waldrappe in Überlingen wächst weiter: Bereits 2021 waren die ersten Jungvögel in der künstlichen Brutwand bei Goldbach geschlüpft und traten im Herbst ihre Reise in den Süden an, um in der Toskana zu überwintern. Derzeit werden 15 Waldrapp-Babys – so viele waren bisher gesichert zu beobachten, vielleicht sind es auch mehr – von ihren Eltern fleißig gefüttert und aufgepäppelt.

Für die Paare Zoppo und Bonsi, Eduardo und Urmel sowie Sky und Bernardo ist das nichts Neues. Sie hatten schon im Vorjahr den ersten Nachwuchs großgezogen, der im Moment noch die Jugendzeit südlich der Alpen verbringt. Diese drei Familien hatte das Waldrappteam 2022 von Anfang an sich selbst überlassen und nur aufmerksam beobachtet.

Hier füttert Mutter Vincino ihren ersten Nachwuchs. Sie stammt aus der Generation Heiligenberg 2019.
Hier füttert Mutter Vincino ihren ersten Nachwuchs. Sie stammt aus der Generation Heiligenberg 2019. | Bild: Bild: Schmalstieg/Waldrappteam

Erstbrüter starten im Schutz einer Voliere mit Familienplanung

Erstbrüter waren Obelix und Vincino aus der Generation Heiligenberg (2019) sowie Ciop (2018, Hödingen) und Kazoo (2019), Oskar (2018) und Cupi (2019) sowie Mowgli (2018) und Giorgia (2017). Letzte sind noch am Brüten, sodass die Zahl des Nachwuchses noch steigen könnte. Nur die Erstbrüter unter den Überlinger Waldrapp-Paaren bekamen in den ersten Wochen den Schutz einer geschlossenen Voliere zugedacht und wurden am Anfang mit Futter unterstützt.

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Das war nicht mehr erforderlich, nachdem der Schutzraum an Himmelfahrt entfernt worden war. „Das hat geklappt wie am Schnürchen“, berichtetet Anne-Gabriela Schmalstieg, die frühere Ziehmutter und Betreuerin der Tiere: „Alle haben sofort angefangen, selbst Futter zu suchen, und ihren Nachwuchs bestens versorgt.“

Drei Familien ziehen in die Felswand bei Goldbach um

In den nächsten Wochen werden die Routiniers Zoppo und Bonsi, Eduardo und Urmel sowie Sky und Bernardo mit ihrem Nachwuchs und ihren drei Nestern von Projektleiter Johannes Fritz an den natürlichen Brutplatz in der Felswand am Seeufer bei Überlingen umgesiedelt. Dort sollen sie später heimisch werden. Auf diesen Transfer in die Felswand bei Goldbach musste das Waldrappteam im Vorjahr noch verzichten. Die neuen Jungtiere werden zwar beringt, aber in diesem Jahr nicht mit einem Sender versehen, wie die Betreuerin sagt.

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Wer sitzt denn da? Waldrapp vor Bodensee: Diese tolle Ansicht bot sich dem Aufkircher Berthold Grundler vor kurzem, als er einen Blick aus dem Fenster werfen wollte. Ein zutraulicher Gast saß auf dem Fensterbrett. | Bild: Berthold Grundler

Kreative Namen für drei Waldrapp-Küken gesucht

Der Nachwuchs ist da, nun braucht es neue Namen für die mindestens 15 kleinen Krummschnäbel. Nicht, dass das Projektteam keine kreativen Einfälle hätte. Doch bieten sie den SÜDKURIER-Lesern an, spezielle Wunschnamen vorzuschlagen. Aus den eingereichten Vorschlägen wird das Team dann drei Namen auswählen, die bislang noch nicht verwendet wurden, und drei Waldrapp-Küken auf diese Namen taufen. Dies wird den Taufpaten dann auch mitgeteilt. Wer einen Namen vergeben will, kann seinen Vorschlag per E-Mail mit dem Betreff „Namen“ an ueberlingen@waldrapp.eu senden.