Seit 25 Jahren bereichert die Kammerphilharmonie Bodensee Oberschwaben das kulturelle Leben der Region. Grund genug, am Sonntag vor dem Jubiläumskonzert mit der Sinfonie im Innenhof im Tettnanger Schloss in einem Festakt Rückschau zu halten. So konnte die stellvertretende Tettnanger Bürgermeisterin Sylvia Zwisler neben dem Landtagsabgeordneten August Schuler viele Chorleiter von Konstanz bis Memmingen begrüßen.

In launigen Worten schilderten Michael Wieder und Markus Schweizer, heute Geschäftsführer der KBO, die Entstehungsgeschichte des Orchesters im Jahr 1992. Wieder als "Zugereister" mit Erfahrungen als Geiger in der Jungen Philharmonie und Schweizer als fest verankerter "einheimischer" Bratscher kamen durch den in Grünkraut lebenden Geigenprofessor Ulrich Gröner zusammen. Nach der ersten Matthäus-Passion in Lindau, Friedrichshafen und Konstanz folgten bis heute über 360 Konzerte mit Chören der Region bei ihren Oratorienkonzerten. Stellvertretend für die Chorleiter bedankte sich KMD Hans-Eberhard Ross aus Memmingen besonders für die Geduld der Musiker. Kalte Kirchen, harte Stühle, schlechte Beleuchtung, keine "Orchesterdirigenten" – das erfordert eine gewisse Fitness und Durchhaltevermögen.

Aus der Sicht der Mitglieder der Kammerphilharmonie blickte Prof. Gröner, Konzertmeister der KBO, auf die zurückliegenden 25 Jahre. Er erinnerte an großartige, mit einem Augenzwinkern auch "spannende" Momente bei den Aufführungen. Da die Kammerphilharmonie ohne öffentliche Mittel auskommen muss, sind die Konzerte immer ein rechnerischer Balanceakt. Manchmal opfern die Mitglieder aus innerer Überzeugung viel Zeit für wenig Geld. Deshalb galt den beiden Geschäftsführern Wieder und Schweizer verdienter Dank, den auch Thomas Thiers als Vertreter der Aktiven mit einem kleinen Geschenk zum Ausdruck brachte. In seiner Festrede "Wozu Musik" beleuchtete Prof. Dr. Thomas Knubben den Stellenwert der Musik als anthropologische Grundkonstante. Das große Blechbläserensemble und ein Flötenquartett umrahmten musikalisch den würdigen Festakt.