Diese Woche hat die Hopfeneernte begonnen. Geschätzt wurde der Ertrag in diesem Jahr auf 43 900 Zentner (2195 Tonnen), im Vorjahr waren es 45 409 Zentner. Nach den Rückmeldungen in den ersten Tagen der Ernte ist Jürgen Weißhaupt, Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands (HPV) und für den Einkauf/Verkauf der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG) in Tettnang zuständig, nicht sicher, ob die Schätzung nicht zu optimistisch war.

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"Wir haben ja quasi seit April Sommer", erklärt Weißhaupt. Hopfen gedeihe am besten zwischen 25 und 30 Grad. Darüber leide er. Dazu komme der fehlende Niederschlag. Nur elf Prozent der 1396,86 Hektar großen Anbaufläche hätten eine Bewässerung. "Wir hätten das Potenzial für eine Ernte von 50 000 Zentner (2500 Tonnen)", erklärt Weißhaupt. Insofern sei die Gesamtmenge eher enttäuschend. Immerhin: "Wir könne alles verkaufen, was wir produzieren", ist Weißhaupt sicher.

Bitterhopfen-Sorte "Herkules" gewinnt an Bedeutung

Im Anbaugebiet, dass rund zehn bis 15 Kilometer um Tettnang herum umfasst, bauen 132 Betriebe im Hopfenpflanzerverband das grüne Gold an. Neben der traditionellen Aromahopfensorte "Tettnanger", in diesem Jahr voraussichtlich 17 810 Zentner, habe die Sorte "Herkules", ein Bitterhopfen, immer mehr Bedeutung gewonnen, erläutert Weißhaupt. 12 407 Zentner könnten geerntet werden. Das hänge mit dem Trend zu Craft-Bieren von privaten Brauern zusammen. Hopfen aus Tettnang werde in 90 Länder exportiert.

Drei Hauptprobleme sieht Weißhaupt für die Zukunft. Im Pflanzenschutz würden immer mehr Mittel aus der Zulassung genommen, ohne das neue nachkämen. "Wir haben kein Resistenzmangement mehr", sagt Weißhaupt. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass die erlaubten Mittel unwirksam werden. Auch die Saisonkräfte seien Thema: Für Arbeitskräfte aus Osteuropa sei der Verdienst trotz Mindestlohn unattraktiver.

Es gebe bessere Möglichkeiten in anderen Branchen und in ihrer Heimat. Punkt drei ist der Klimawandel: Es bräuchte Bewässerungssysteme, doch die Behörden täten sich schwer, Brunnen oder Regenwasserspeicher zu genehmigen und das Anbaugebiet sei nicht zusammenhängend.