Bisher verfügt der vorhandene Wohnmobilstellplatz über 16 Stellplätze. Der jetzt entschiedene Bauantrag sieht eine Erweiterung um 15 zusätzliche Stellplätze vor. Diese sollen nördlich des vorhandenen Platzes entstehen. Somit rückt der Campingplatz näher an die vorhandene Wohnbebauung heran.

Die Sitzung im Januar hatte nach kontroverser Debatte mit drei Pro- und drei Contra-Stimmen sowie einer Enthaltung geendet. Nachdem Bürgermeister Daniel Heß und Gemeinderat Horst Kraus (CDU) wegen Befangenheit den Ratstisch verlassen hatten, leitete damals FWV-Gemeinderat Jürgen Kammerer als stellvertretender Bürgermeister die Sitzung – und auch jetzt am Montag wieder. Kammerer erklärte: "Nach abschließender Prüfung des Baugesuchs ist die Baurechtsbehörde der Auffassung, dass die geplante Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes keinen von der Baurechtsbehörde zu prüfenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht und daher ein Anspruch auf Erteilung der Baugenehmigung besteht." Die Fachbehörde des Landratsamts für Immissionsschutz habe die vorgelegte Immissionsprognose auf Plausibilität geprüft. Ergebnis: Es seien keine schädlichen Umwelteinwirkungen zu erwarten, die eine Ablehnung des Vorhabens rechtfertigen würden.

Der Gemeinderat gab nun der Erweiterung einstimmig grünes Licht. Zuvor hatte Klaus Horn (FWV) seine Bedenken aus der Januar-Sitzung des Rats erneuert: "Die Erweiterung Richtung Wohnbebauung ist für mich eine Beeinträchtigung der Leute, die da wohnen." Er sei immer noch der Meinung, dass die Erweiterung eine Mehrbelastung der Bewohner bedeute. Gemeinderäte könnten mit Ja, Nein oder Enthaltung entscheiden. In diesem Fall müsse man aus rechtlichen Gründen mit Ja stimmen – "da sollte doch das Baurechtsamt gleich entscheiden und dann ist gut und wir müssen nicht noch darüber abstimmen." Der Jurist im Gremium, Martin Frick (CDU), brachte Licht ins Verwaltungsdunkel: "Das Bauplanungsrecht – beispielsweise fügt sich die Planung in die Umgebung ein – obliegt dem Gemeinderat und Fragen zum Bauordnungsrecht – wie Immissionen – entscheidet das Landratsamt." Nicola Barth (CDU) merkte an, sie gehe mit Klaus Horn und Martin Frick mit, aber zum Beispiel würden die Immissionen berechnet und niemand sei vor Ort.

Einen Vorschlag zum Schluss, um Belästigungen der Nachbarn abzumildern, hatte Margarethe Kaplan (FWV): "Nachbarn des Wohnmobilstellplatzes haben insbesondere festgestellt, dass gerade Wohnmobilisten, die frühmorgens den Platz verlassen, an der Ausfahrt stehen bleiben, um das Navi bei laufenden Motor zu programmieren." Hier sollte ein Hinweis an die Besucher des Platzes erfolgen, das zu unterlassen.