Mehr als 100 Stettener hatten sich versammelt, um bei der Jahreshauptübung ihrer Freiwilligen Feuerwehr dabei zu sein. Im Gegensatz zu den vergangenen regnerischen Jahren hatten sie dieses Mal Glück mit dem sonnigen Wetter. Zur Aufwärmung gab es Glühwein und Punsch von der Altersmannschaft der Feuerwehr.

Die Moderation des Geschehens übernahm Kommandant Dagobert Heß selbst. Übungsannahme war, war ein Brand im Heuspeicher, der im ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen von Veronika Keller bei Demontagearbeiten aufgrund von starkem Funkenflug ausgebrochen war. Eine recht realistische Annahme, denn das Anwesen soll in nächster Zeit einem Neubau weichen. Auch die Alarmierung der Feuerwehr übernahm der Kommandant selbst – und zwar über die Lautsprecheranlage. So konnten die Zuschauer mithören, wie sich eine Alarmmeldung idealtypisch anzuhören hat.

Jugend-Gruppenführerin Mia Horn gibt bei der Jahresübung den Einsatzbefehl an die Löschzwerge aus.
Jugend-Gruppenführerin Mia Horn gibt bei der Jahresübung den Einsatzbefehl an die Löschzwerge aus. | Bild: Mardiros Tavit

Anschließend lag es am Einsatzleiter Bernhard Müller, die Lage zu beurteilen und seine Leute richtig einzusetzen. Vom Disponenten der Rettungsleitstelle hatte er als Lagebeurteilung "F2 – Brand – Menschen in Gefahr" gemeldet bekommen. Auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des Roten Kreuzes und die Überlandhilfe der Meersburger Wehr mit ihrer Drehleiter wurden zum Einsatzort beordert. Am Ende waren sechs Fahrzeuge und 48 Kräfte im Einsatz, davon 13 von der Meersburger Wehr und sieben von der SEG.

Die gewohnt sichere und Ziel gerichtete Übung war ein Aspekt der Jahresübung. Ein weiterer die Demonstration der Leistungsbereitschaft der Stettener Feuerwehr. Auch die Jugendwehr kam dabei zu ihrem Einsatz. Jugendleiterin Christina Kammerer moderierte den Löscheinsatz mit Menschenrettung. Von den 14 Feuerwehr-Jugendlichen waren sieben zur Übung unter ihrer Gruppenführerin Mia Horn angetreten. Später in der Manöverkritik fand Timo Keirath, stellvertretender Kreisbrandmeister, sodann auch nur lobende Worte: "Die besten Einsatzkräfte waren von der Jugendfeuerwehr. Gute Arbeit. Große Leistung. Ihr seid Stettens Zukunft."

Bei der Jahreshauptübung Freiwillige Feuerwehr Stetten moderierte Kommandant Dagobert Heß für vielen Zuschauer das Geschehen. Im Hintergrund die Drehleiter der Meersburger Wehr.
Bei der Jahreshauptübung Freiwillige Feuerwehr Stetten moderierte Kommandant Dagobert Heß für vielen Zuschauer das Geschehen. Im Hintergrund die Drehleiter der Meersburger Wehr. | Bild: Mardiros Tavit

Der gesamte Einsatz stand unter einem übergeordneten Thema: Verantwortung. Auch in den zehn Leitsätzen der Stettener Wehr ist dieser Punkt ein wichtiger Bestandteil. Von den Jugendlichen bis hin in die Altersabteilung wird von den Mitgliedern Verantwortung in der Gesellschaft und füreinander übernommen. So auch bei der SEG.

Julian Kessler, angehender Notfall-Sanitäter, hat mit gerade einmal 18 Jahren bereits den Status eines Gruppenleiters erreicht und bekam gleich bei seinem ersten Einsatz die Aufgabe, mit seiner Mannschaft die medizinische Versorgung während der Jahreshauptübung sicherzustellen.

Eine Atemschutzeinheit wartet auf den Einsatzbefehl. Im Ernstfall müsste sie ihren Kameraden aus der Gefahrenzone retten.
Eine Atemschutzeinheit wartet auf den Einsatzbefehl. Im Ernstfall müsste sie ihren Kameraden aus der Gefahrenzone retten. | Bild: Mardiros Tavit

In der Manöverkritik wurde Daniel Heß, kürzlich als Stettens Bürgermeister wiedergewählt und stellvertretender DRK-Vorsitzender in Meersburg, das Versprechen abgerungen, dass er sich beim Gemeindeverwaltungsverband dafür einsetze, dass die SEG ein Zelt für ihre Einsätze spendiert bekommt.

 

"Es ist ein erhebendes Gefühl"

Dagobert Heß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stetten.
Dagobert Heß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stetten. | Bild: Mardiros Tavit

Dagobert Heß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stetten, spricht Über die Bedeutung und Probleme der Wehr.
 

Herr Heß, wie wichtig ist Ihnen die Jugendabteilung?

Unsere 14 Löschzwerge sind der Stolz der Feuerwehr. Ohne die Nachwuchsarbeit können wir auf Dauer keinen Feuerwehrdienst auf freiwilliger Basis aufrecht erhalten.

 

Welche Bedeutung hat die Feuerwehr in einer kleinen Gemeinde wie Stetten?

Ich glaube, dass die Feuerwehr für die Bevölkerung sehr wichtig ist, nicht nur weil wir das Weinfest organisieren, sondern weil wir auch für Sicherheit sorgen. Die Wehr ist nicht nur eine Rettungsorganisation, sie bringt sich auch ins gesellschaftliche Leben ein. Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn man etwas Nützliches für den Nächsten macht.

 

Wo liegt Ihr größtes Problem?

Wir müssen unsere Mitgliederzahl halten und idealerweise ausbauen. Sie ist die Grundlage für unsere Einsatzbereitschaft. Deshalb versuchen wir, über alle Kanäle neue Einsatzkräfte zu gewinnen.