Derzeit wird auf der Plattform, die vor Stetten verankert ist, nicht mehr gebohrt. Nach Angaben von Ulli Raschke von der Technischen Universität Braunschweig, der das Projekt vor Ort begleitet, gab es am Freitag zum einen „Probleme, das Bohrgerät hochzuholen“. Es sei steckengeblieben, sagt Raschke. Als Ursache dafür nennt er den sandigen Boden, auf den man beim Bohren gestoßen war.

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Zum anderen verschob das Unwetter in der Samstagnacht die Bohrplattform um einige Meter. „Darauf bekamen wir Schwierigkeiten mit dem Gestänge“, erklärt der Wissenschaftler. Deshalb musste die Bohrvorrichtung, mit der im Bodensee in 200 Metern Wassertiefe Sedimentkerne zur Klimaforschung entnommen worden waren, abgebaut werden. Man habe peu a peu das Rohr und das Bohrgerät hochgeholt, erläutert Raschke.

Bohrloch alleine wieder zugegangen

Die Arbeit an dem Bohrloch ist damit beendet. „Es ist alleine wieder zugegangen“, sagt Raschke. Gelangt waren die Wissenschaftler bis in eine Tiefe von 24 Metern. „Wir haben sehr viel Sand hochgeholt. Wir sind einfach nicht tiefer gekommen“, berichtet der Wissenschaftler. Dennoch ein Erfolg: Bisherige Versuche scheiterten seinen Angaben nach in zehn Metern Bodentiefe. Angestrebt hatten sie bis zu 100 Meter.

Bohrplattform bleibt auf dem Wasser

Nun steht die Frage im Raum, ob ein „komplett neues Bohrloch“ angefangen werden soll und wo die beste Stelle dafür wäre. Noch sei es zu früh, über eine Entscheidung zu sprechen, erklärt Raschke. Diese soll mit allen Beteiligten getroffen werden. Die Bohrplattform bleibt derweil auf dem Wasser. Der Bodensee war Raschke zufolge ausgewählt worden, weil es keinen weiteren See mit einer Wassertiefe von 200 Metern in Deutschland gibt. Ferner spielte die Option mit rein, hier besonders tief in das Bodensystem gelangen zu können. Bei der Bohrplattform handelt es sich zudem um einen Prototypen und die Herstellerfirma sitzt in Salzburg – nicht allzu fern vom Bodensee.

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