Dass der künftige Bürgermeister von Stetten, der mit gut 1000 Einwohnern kleinsten Gemeinde im Bodenseekreis, auch weiterhin Daniel Heß heißen würde, war von vorneherein klar. Schließlich war er als einziger Kandidat ins Rennen um das Amt gegangen, das er die vergangenen vier Jahre ehrenamtlich ausgefüllt hatte und das fortan, wie bis 2012, wieder hauptamtlich sein wird. Deshalb war die einzige spannende Frage, wie hoch die Wahlbeteiligung sein und mit wie viel Prozent Heß in die kommende Amtszeit gehen würde: Bei einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent (entsprechend 443 gültigen Stimmen) sagten 90 Prozent (415 Stimmen) Ja zu Daniel Heß. Nachdem Hauptamtsleiterin Daniela Groß als Vorsitzende des Wahlausschusses dieses Ergebnis im mit weit über 100 Bürgern gut gefüllten Rathaussaal bekannt gegeben hatte, brandete Beifall auf. Er dauerte genau 55 Sekunden lang und da war Heß das erste Mal an diesem Abend sichtlich gerührt.

Dieses Wahlergebnis zeige ihm, sagte Heß, "dass wir in den vergangenen vier Jahren einen guten Weg gegangen sind". Er wolle zuvorderst dem Gemeinderat danken – "das ist mir eine ganz besondere Ehre". Dem Gemeinderat, der ihn unterstützt und der ihm vor allem durch seine Entscheidung, die Hauptsatzung zu ändern, die Türen geöffnet habe für die Zukunft als Bürgermeister. "Es war eine gute Entscheidung, es war, denke ich, auch eine gute Entscheidung für die Gemeinde Stetten, vielen, vielen Dank." Damit sprach Heß die im Juli gefallene Entscheidung an, den Stettener Bürgermeister zurück zu verwandeln von einer ehrenamtlichen in eine hauptamtliche Stelle. Heß hatte das Ehrenamt neben seinem Beruf als freier Handelsvertreter ausgeübt gehabt und dem Rat plausibel machen können, dass die wachsenden Herausforderungen das nicht mehr zulassen.

"Für mich geht jetzt ein Wahlkampf zu ende, und jetzt werden Sie sicherlich sagen: der ist ja lustig, mit einem Kandidaten", erläuterte Heß und referierte ein Gespräch mit einem Mitarbeiter des Landratsamtes vergangene Woche, der gemeint habe, das sei doch "e'gmähts Wiesle". Das sei einerseit richtig. "Aber ich habe mir auch gedacht, dass ich in den vergangenen vier Jahren diese Wiese auch gemäht und in Ordnung gehalten habe." Er habe den Wahlkampf ernst genommen und Veranstaltungen gemacht, weil er der Überzeugung sei, dass eine Bürgermeisterwahl etwas Besonderes sei und er denke, dass "ein Bürgermeister in der Verantwortung für seine Bürger stehe."

Bevor Heß mit seinen Stettenern, Landrat Lothar Wölfle, dem Landtagsabgeordneten Klaus Hoher (FDP), den Bürgermeistern der Nachbargemeinden und seiner Familie feierte, dankte er ihnen allen. Zum Schluss der Familie mit Mama, Kindern, Verwandten – und seiner Frau Monika. "Es ist toll, wenn man so eine starke Frau an seiner Seite hat." Und als er sie umarmte, schämte sich Heß seiner Tränen nicht. Es folge ein langes Defilee der Gratulanten.

 

Das Ergebnis in Überblick

Die Wahlbeteiligung betrug 54 Prozent, entsprechend 461 Stimmen. 443 davon sind gültig, 18 ungültig. Auf Daniel Heß entfielen 415 (90 Prozent). Stimmen gab es unter anderem auch für Heß' Vorgänger Siegmund Paul (8), Bauamtsleiter Rolf Weißenrieder (3), Heß' Bruder Dagobert Heß (1), ebenso gaben Wähler Einzelstimmen an Gemeinderäte und auch die Namen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump und dem ehemaligen Formel 1-Piloten Michael Schumacher fanden sich auf Wahlzetteln. (mba)