Vielleicht hätte Bodensee- und Badische Weinprinzessin Stephanie Megerle ihr Grußwort einfach zwei Stunden früher an die Stettener Weinfest-Besucher richten sollen. Denn kaum hatte sie angefangen zu sprechen, hörte es auf zu regnen und am Stettener Goisbichl wurde es zunehmend trockener. Doch so blieben am Freitag viele Tische leer. Aber für die Besucher, die sich vom Regen nicht abschrecken ließen und einen Platz unter einem der Zelte oder in der Scheune gefunden hatten, wurde es sehr atmosphärischer Abend. Zur stimmungsvollen Musik der Band "Time Square" fanden sich immer mehr Menschen auf der improvisierten Tanzfläche ein.

Als Bürgermeister Daniel Heß mit Weinprinzessin über das Fest die Runde machten, konnten sie viele gut gelaunte Festbesucher begrüßen. So auch die 18-jährige Franziska und die die 22-jährige Lisa Basler, deren Mutter Franziska Müller mit ihrem Mann Hermann Basler vor 22 Jahren aus Stetten am Bodensee ins kanadische Edmonton auswanderte. Die beiden Schwestern verbringen ihren Urlaub in der alten Heimat. "Bei den Mädchen scheint immer wieder ein Stettener Ausdruck durch", musste Heß lachend feststellen.

Auch die Kameraden vom Feuerwehr-Oldtimer-Museum aus Hard in Vorarlberg konnte er wieder begrüßen. Die Vorarlberger kommen nach Stetten, seit es das Weinfest gibt, also seit 36 Jahren. Nur sind sie dieses Mal nicht wie sonst mit einem Oldtimer angereist, sondern mit Bus und Boot.

Eine besondere Überraschung wartete auf Bürgermeister Heß am Ende der Begrüßungstour auf. Eine Gruppe von fünf jungen Männern aus Ergenzingen aus dem Landkreis Tübingen sprach den Schultes an. Bis vor sieben Jahren durften die Männer, damals noch Jugendliche, mit ihrer Jugendgruppe von der Kolpingfamilie auf dem Stettener Sportplatz übernachten. Doch sie hatten damals so über die Stränge geschlagen, dass sie das Gelände verlassen mussten. Nun zeigten sie sich reumütig. Der Schultes wollte ihnen ihre Jugendsünden nicht nachtragen. "Lasst uns nach vorne schauen", war seine Antwort auf die Bitte der Gruppe, wieder in Stetten feiern zu dürfen.