Der Stettener Seezugang, zwischen Meersburg und Hagnau gelegen, ist für Bürgermeister Daniel Heß eine Herzensangelegenheit. Schon mehrfach hat er an die Öffentlichkeit appelliert, den Uferbereich behutsam zu nutzen. Badegäste parkten vor allem in der Sommersaison quer in den Reben auf dem Weg zum See und hinterließen reichlich Abfall, sagte er.

Kindergarten-und Grundschulkinder machen ihr Seeufer frühlings fein.von links: Margarete Kaplan, Joumana, Hannah und Lara
Kindergarten-und Grundschulkinder machen ihr Seeufer frühlings fein.von links: Margarete Kaplan, Joumana, Hannah und Lara | Bild: Martina Wolters

Zur gemeindlichen Seeputzete hat der Bürgermeister nun Unterstützung bekommen. Kindergarten-und Schulkinder machten sich auf den halbstündigen Weg, „ihr“ Seegrundstück von Unrat zu befreien. Begleitet wurden sie von den zugehörigen Pädagoginnen und mancher Mama. Auch Gemeinderätin Margarete Kaplan (FW) war mit von der Partie.

Pädagogisches Konzept

Für Kindergartenleiterin Sonja Schembera und Schulrektorin Silke Schönfelder gehört die Müllthematik selbstverständlich zum pädagogischen Konzept dazu. Die Vier- bis 11-Jährigen trugen ihr Sammelgerät beinahe. Manch einer konnte es kaum erwarten und probierte die mitgebrachte Zange unterwegs an herumliegenden Steinen aus.

Bevor es losgeht mit dem Seeputz gibt Bauhofleiter Rolf Weißenrieder (rechts) letzte Anweisungen.
Bevor es losgeht mit dem Seeputz gibt Bauhofleiter Rolf Weißenrieder (rechts) letzte Anweisungen. | Bild: Martina Wolters

Bevor es endlich richtig losging, gab es noch letzte Instruktionen von Bauhofleiter Rolf Weißenrieder. Er sagte, er freue sich, dass sich Kids an der Aktion beteiligen und mithelfen, dass der Badeplatz wieder saisonfein werde. Er mahnte die Kids, langsam und gründlich vorzugehen. Als Belohnung versprach Weißenrieder ein von der Gemeindeverwaltung spendiertes Vesper am Wegesrand und für jedes Kind etwas Süßes.

In Grüppchen schwärmte das Jungvolk schließlich aus und begann sofort zu suchen. Dem vorbeiziehenden Schwan oder dem traumhaften Blick über den See in Richtung Mainau und Konstanz würdigten sie keines Blickes. Die Augen fest nach unten geheftet, sammelten sie jedes Papierschnipselchen auf und füllten ihre Plastikeimer. „Ihr“ Seegrundstück zu säubern, machte den jungen Stettenern offensichtlich Spaß. Sie krabbelten unter jede Hecke.

Zigaretten und Toilettenpapier

Nur manchmal, zum Beispiel wenn gebrauchte Taschentücher aus den Uferhecken geklaubt werden mussten, verzog sich schon Mal eine Schülerin angewidert das Gesicht. „So was gehört doch in den Abfalleimer“, meinten sie. Viertklässlerin Lara und Hannah aus der ersten Klasse freuten sich deshalb auch, wenn sie zwischendurch statt achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen oder Toilettenpapierresten, Vogelfedern aufheben konnten.