Neben dem Einschnellen gehört die Erweckung des Hasle Maale in Stetten zur Eröffnung der Fasnacht. Doch nur wenige Narren trotzten der eisigen Kälte am Samstagabend und kamen schon zum Lampionumzug der Narrengemeinschaft Hasle-Maale Stetten. Der zweite Zunftmeister Markus Greinwald führte die kleine Gruppe an. Unterwegs vergrößerten noch ein paar Familien den Umzug. Auch am Zielpunkt, dem städtischen Bauhof, warteten noch ein paar Unverzagte, um das Schauspiel der Erweckung des Hasle Maale zu betrachten. Mit vielen Tannenbäumen hatten fleißige Helfer einen kleinen Wald geschaffen, in dem sich die Waldgeister versteckten. Die Dunkelheit wurde nur durch wenig grünes Licht erhellt, gruselige Klänge, eine geisterhafte Stimme und künstlicher Nebel verstärkten die schaurige Atmosphäre."Herbei ihr Geister, kommt alle herbei...", rief der graue Oberwaldgeist seine Waldgeister zum Erweckungstanz.

Und die zotteligen Gestalten trotteten einer nach dem anderen aus dem Tannenwald, um sich um ihren Meister zu versammeln. Mit ihrem Geistertanz und der Beschwörung erweckten sie den unter Tannenzweigen liegende Hasle Maale und entließen ihn aus seinem Geisterreich in die Fasnet, bis er am Fasnetsdienstag wieder dorthin zurück verschwinden muss. Diese Brauchtumsveranstaltung rund um das Wahrzeichen der Stettener Fasnacht beruht auf einer alten Sage. Nach dieser war der "Haslemann von Stetten" ein diebischer Korbflechter und Besenbinder, der nachts Weidenruten und Besenreisig in den Wäldern stahl. Dies erweckte den Unmut der Bauern und Waldbesitzer, doch es gelang ihnen nicht, den schlauen Korbflechter auf frischer Tat zu ertappen.

Erst in einer mondhellen Nacht, als er wieder räuberte, konnten sie dem verräterischen Knacken im Wald folgen. Das flinke Männle kletterte aber auf einen hohen Baum, versteckte sich im Geäst und reagierte nicht auf Rufe. Aufs Äußerste erzürnt, fällten die "Stettheimer" den Baum. Der Korbflechter kam zu Tode und muss zur Strafe für seinen unehrlichen Lebenswandel als Geist umherirren.