Stetten – Der 1. September wird in der Bundesrepublik seit 1966 als Weltfriedenstag begangen. Ein sehr symbolisches Datum. Heute fährt eine Delegation aus Stetten anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihrer Gemeindepartnerschaft in die 695 Kilometer entfernte französische Partnergemeinde Mareau-aux-Prés im Département Loiret.

Die ersten Kontakte reichen weit zurück. Die ersten gegenseitigen Besuche rühren von einem Zeltlager der Stettener Jugendfeuerwehr her. Bald darauf, im November 2004, gründete sich der Partnerkreis in Stetten. Am Vorabend des Feiertages zur Deutschen Einheit, am 2. Oktober 2007, wurde die Partnerschaft offiziell im Rathaus von Mareau-aux-Prés besiegelt. Und am 2. April 2008 in Stetten bestätigt.

"Bei den Unterzeichnungen waren immer hohe offizielle Vertreter anwesend", erinnert sich Ludwig Neumann, Vorsitzender des Stettener Deutsch-Französischen Partnerkreises. Seitdem habe sich eine innige Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden entwickelt. Mit jährlichen gegenseitigen Besuchen wird die Partnerschaft gelebt und hoch gehalten.

Die beiden Gemeinden sind sich sehr ähnlich. Stetten hat etwa 1100 Einwohner, Mareau-aux-Prés ist mit 1250 nur unwesendlich größer. Die eine liegt zwischen Natur- und Landschaftsschutzgebieten am Bodensee, die andere im Landschaftsschutzgebiet an der Loire. Beide sind landwirtschaftlich vom Obst- und Weinbau geprägt und haben wenig Gewerbe und keine Industrie.

"Wir werden jedesmal herzlich empfangen", erzählt Neumann. Seine Vereinsfreundin Heide-Marie Eweler stimmt zu. "Wenn ich daran denke, welches Bild uns als Kinder über die Franzosen vermittelt wurde?"

Nach dem preußisch-französischen Krieg 1870/71 und den beiden Weltkriegen waren beiden Nationen bemüht, aus der sogenannten Erbfeindschaft eine Freundschaft zu machen. Das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde gegründet. Städtepartnerschaften gefördert. Damals etwas Besonderes, heute eine Selbstverständlichkeit.

"Wir haben ein sehr herzliche und freundschaftliche Beziehung zu unseren Freunden in Mareau", sagt Neumann und kann viele Anekdoten erzählen. Eine besondere Ehre ist die Einladung bei den Pompiers de Sourcs (Feuerwehr). Das Verhältnis zu den Pompiers ist nunmal ein Besonderes, begann doch alles mit einem Feuerwehrjugendtreffen. Für gewöhnlich feierten die französischen Pompiers ihren örtlichen Feuerwehrtag unter sich. Unter Auschluss der Öffentlichkeit wurden am Fetée de Saint Barbe (Sankt Barbara, Schutzheilige der Feuerwehr) die Toten geehrt, Belobigungen vorgenommen und Beförderungen ausgesprochen. Seit der Partnerschaft mit Stetten hat sich das geändert. "Auch wir waren eingeladen, und mit uns auch der Bürgermeister und unsere Herbergsmütter- und -väter. Bis dahin waren Zivilisten nicht dabei", so Neumann. Aber auch die Stettener wissen Außergewöhnliches zu leisten, wenn es um die französischen Freunde geht. Als die einmal mit 30 Musikern am Bodensee weilten, kamen alle privat im Ort unter.

Zur Bekräftigung der Freundschaft fahren die Stettener nun mit einer größeren Delegation als sonst an die Loire. Ein strammes Programm haben sie sich vorgenommen. Zum ersten Mal ist auch Bürgermeister Daniel Heß mit dabei. Wie sollte es anders sein, auch er ist Feuerwehrmann.

Das Programm

Freitag, 1. September

  • 7 Uhr Abfahrt in Stetten
  • 17.30 Uhr geplante Ankunft am Ziel
  • 19.30 Uhr Abendessen bei den Gastfamilien

Samstag, 2. September

  • 9.30 Uhr Wanderung im Landschaftsschutzgebiet Loiret Nature vom Ufer der Loire zur Quelle des kleinen Zuflusses Loiret in Orléans
  • 11.30 Uhr Besuch des Weinguts Clos de Saint Avit mit Weinprobe
  • Mittagessen bei den Gastfamilien
  • 15 Uhr Besichtigung des neuen Zentrums von Mareau und der neuen Schule; Ideenaustausch über die Vereinbarkeit von Schule und Beruf in beiden Ländern
  • 17 Uhr Offizieller Akt zur Bekräftigung der 10-jährigen Partnerschaft
  • 18.30 Uhr Abendessen, Buffet
  • 20.30 Uhr Philharmonisches Konzert Orchester du Loiret, Abschluss mit Feuerwerk

Sonntag, 3. September

  • 10.30 Uhr Abfahrt nach Amboise
  • 11.30 Uhr Besichtigung eines Grottenkellers mit Kostproben lokaler Produkte
  • 12.30 Uhr Mittagessen im Felsenkeller Cave aux Fouées
  • 14.30 Uhr Besichtigung Schloss Le Clos Lucé, letzter Lebensort des Genies Leonardo da Vinci
  • 18 Uhr Rückfahrt nach Mareau
  • 19 Uhr Abschlussabend im Gemeindesaal mit Musik

Montag, 4. September

  • 9 Uhr Treffen am Gemeindezentrum
  • 10 Uhr Rückfahrt an den Bodensee