Die denkmalgeschützte Hofstelle Breitenbach soll erhalten und neu genutzt werden: Das erbetene Konzept stellte Bürgermeister Daniel Heß in der Gemeinderatssitzung vor. Antragsteller Hans Fetscher von Fetscher Event Marketing will daraus einen Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische machen und diesen betreiben. Geplant sind ein Tagungsraum, ein kleiner Tiergarten, Spielpark, Kräuteranbau mit Verarbeitung, ein Hofladen mit Vermarktung regionaler Produkte und eine kleine Gastronomie.

Nachdem sich kein Landwirt mehr gefunden hat, der den Hof weiterbetreibt, sieht der potenzielle Bauherr dort beste Bedingungen für Tagungen und Erholung an einem Ort – eingebettet zwischen Wälder und Wiesen, zwischen Markdorf und Meersburg gelegen. Der Stall soll umgebaut, Nachtspeicheröfen weiter saniert und der Kachelofen restauriert werden. Wohnungen und ein Büro sollen dort sichergestellt sein.

Esel grasen und genießen ihre großzügige Koppel vor der alten Hofstelle.
Esel grasen und genießen ihre großzügige Koppel vor der alten Hofstelle. | Bild: Christiane Keutner

Geplant ist auch, das Nebengebäude umzubauen. Der Plan sieht Tagungsräume für 60 Personen und eine Gastronomie für 100 Personen vor. Das alte Backhaus will man wieder so aufbauen, wie es früher einmal aussah. In der Eventscheune sollen Firmenveranstaltungen, Hochzeiten, Picknicks stattfinden. Die Toiletten sollen öffentlich nutzbar sein. Ziegen, Ponys, Hasen, Esel und Bienenvölker sollen gehalten, Kräuter wie Lavendel und Johanniskraut angebaut, verarbeitet und vermarktet werden. In rund 200 Metern Abstand sind ausreichend Parkplätze entlang des Gemeindewegs Richtung Wald geplant.

Vorgesehen ist ein Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro für den Umbau und die Gebäude. Vorgesehen ist auch, Fördermittel zu beantragen. Für eine weitere Scheuer ist noch keine Nutzung bekannt. "Das ist insgesamt ein ganz ansehnliches, harmonisches Objekt", betonte Heß. Gemeinderat Martin Frick, CDU, hält das Vorhaben grundsätzlich für begrüßenswert, hatte aber eine Frage rechtlicher Art. Der Hof liege im Außenbereich und sei an landwirtschaftliche Nutzung gebunden. Behörden seien mit Genehmigungen für die Nutzungen anderer Art sehr zurückhaltend. Das Vorhaben sorge für starken (Publikums)verkehr. Wie denn die Fachbehörden zu dem Plan stünden, erkundigte er sich.

Das wisse er noch nicht, so Heß, der vom Betreiber ein rechtlich fundiertes, genehmigungsfertiges Konzept erbeten hatte. Es habe schon Gespräche zwischen Planer, Landratsamt und Rechtsanwalt gegeben, die in der Empfehlung mündeten, eine Bauvoranfrage zu stellen. "Wenn man an dem Gebäude nichts macht, zerfällt es", so Heß. Der Betreiber habe sich in das Objekt verliebt und wolle etwas Schönes daraus machen. Man werde keinen Landwirt finden, der den Hof weiterbetreibe, "die Hoffnung können wir aufgeben. Insofern stehe ich dem Ganzen positiv gegenüber". Aber die Fachbehörden müssten das noch beurteilen.

Sehr positiv bewertete Stefan Warnkönig, CDU, "das tolle Vorhaben" mit dem stückweiten Erhalt des traditionellen Gebäudes am Jakobsweg. Eine "Riesennummer" und die Herangehensweise "sehr euphorisch", meinte Horst Kraus, CDU. Er sprach von einer sehr idealisierten Darstellung: "Wer will alte Nachtspeicheröfen realisieren?" Er erwarte zudem Einsprüche von den Trägern öffentlicher Belange.

Allerdings muss der Gemeinderat die Anfrage nur bauplanungsrechtlich beraten, sagte Heß. Über Kriterien wie Brandschutz, Abwasser und Zufahrt hätten andere zu befinden. Klaus Horn, FWV, verwies darauf, dass die Eisenarmonierung der Gasbetondecke der Scheune von Ammoniak zerfressen und die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben sei. Ein Gebäude sei deshalb gesperrt. Für ihn stelle sich der Plan positiv dar und wegen des Gastronomiebereichs fürchte er auch keine Lärmbelästigung. Hier verwies Heß auf eine derzeitige Nachbarschaftsanhörung.

"Trotz aller Euphorie muss man die Risiken sehen", sagte Jürgen Kammerer, FWV. Er fürchtet für die Gemeinde Behinderungen bezüglich des Verkehrs. "Im Grunde entscheiden wir über Grundsätzliches zum Erhalt des Gebäudes. Ich würde mich nach derzeitigem Stand aber schwertun, einem Bauantrag zuzustimmen", so Horst Krauß, CDU.

So jedoch stimmte der Gemeinderat, bei einer Enthaltung von Jürgen Kammerer, der Bauvoranfrage zu.