Den bereits im Dezember und im Januar vorberatenen Doppelhaushalt hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am Montag endgültig beschlossen. Das Gesamtvolumen für 2018 beträgt laut Haushaltsplan rund 3,6 Millionen Euro, für 2019 gerundet 3,3 Millionen. Außerdem gaben die Räte ihr Okay zu der von Kämmerin Heike Sonntag vorgelegten Finanzplanung 2017 bis 2022 plus dem zu Grunde liegenden Investitionsprogramm.

"Wir rechnen weiterhin mit einer positiven Entwicklung der Haushalts- und Finanzlage", sagte Sonntag mit Blick auf die Finanzplanung für die kommenden vier Jahre. Als besonders positiv stellte sie die Einnahmenentwicklung im Bereich von Gewerbesteuer und Einkommenssteuer heraus. Neue Kredite seien nicht geplant. Große Investitionen seien allerdings ohne Hilfe aus dem Ausgleichsstock auch nicht realisierbar.

Der Neubau der U3-Betreuung stellt mit 1,1 Millionen Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre, die größte Investitionsmaßnahme dar, erläuterte die Kämmerin. Durch die Umsetzung werde der Verwaltungshaushalt eine "enorme Kostensteigerung" erfahren, prognostizierte Bürgermeister Daniel Heß in seiner Haushaltsansprache. Als "zusätzliche finanzielle Herausforderungen" nannte er unter anderem den Breitbandausbau, eine neue Wasserhauptleitung (Roggele) oder die Gemeindebeteiligung an den Sanierungsarbeiten für die Gemeindeverbindungsstraßen. "Wir müssen uns auf unsere Pflichtaufgaben konzentrieren", unterstrich er. Um die Finanzkraft weiter zu stärken, müsse es Ziel sein, neue Wohnbauflächen zu schaffen und im Bereich Feuerwehrhaus neues Kleingewerbe anzusiedeln. Dabei setzte er auf "positiv verlaufende Verhandlungen mit den entsprechenden Grundstückseigentümern".

Tobias Heiß (FWV) fragte nach, ob die Gemeinde ab 2019 nicht mehr handlungsfähig sei. Bürgermeister Daniel Heß gab Entwarnung: Bei gravierenden Änderungen werde es einen Nachtragshaushalt geben. Die Kämmerin ergänzte, es sei "wie immer vorsichtig kalkuliert" worden. Margarete Kaplan (FW) wunderte sich über die Höhe der anvisierten Zuschüsse für die U3-Betreuungseinrichtung. Für 2018/19 sind laut Haushaltsvorbericht Zuschussanträge aus dem Ausgleichsstock in Höhe von insgesamt 420 000 Euro und Fachförderung in Höhe von gesamt 240 000 Euro beantragt. Bestätigt seien die Zuschüsse noch nicht, aber auf jeden Fall beantragt, antwortete der Bürgermeister.

Der Vermögenshaushalt des laufenden Jahres umfasst laut Sonntag ein Volumen von rund 1,13 Millionen Euro (2017: 715 000 Euro). Zu seiner Finanzierung ist es Heike Sonntag zufolge notwendig, 385 500 Euro aus den Rücklagen zu entnehmen. Der Stand der allgemeinen Rücklage soll zum Jahresende 2018 rund 590 000 Euro betragen. Eingeplant ist auch ein neuer Kredit in Höhe von 250 000 Euro. Der Schuldenstand werde zum 31. Dezember des laufenden Jahres aller Wahrscheinlichkeit nach bei gerundet 490 000 Euro liegen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 470 Euro entspricht. Ende 2019 sieht der Finanzplan Schulden in Höhe von 710 000 Euro vor. Umgerechnet würde das 670 Euro pro Einwohner bedeuten. Stetten läge damit über dem Landesdurchschnitt von 490 Euro pro Bewohner. Allerdings muss laut Kämmerei berücksichtigt werden, dass ein großer Teil der Gemeindeverschuldung auf das Konto der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung geht.

 

Maßnahmen 2018/2019 auf einen Blick

Gemeindehaus 10 000/10 000

Feuerwehr 20 000/20 000

Schule 10 000/10 000

Putz Kirchenmauer 15 000

Kindergarten 505 100/506 000

Straßenbau 145 000/ 60 000

Straßenbeleuchtung 60 000/20 000

Abwasserpumpwerk 50 000

DSL-Ausbau 90 000/20 000

Internetseite 10 000/5000

Wasserleitung 72 000/20 000

Grunderwerb 60 000