Mit so viel Andrang hatte niemand gerechnet: Der Gemeindesaal zur Kandidatenvorstellungsrunde von CDU und Freier Wählervereinigung am Freitagabend war bis auf den letzten Platz besetzt. 16 vierminütige Kurzreferate brachten den interessierten Stettenern die Kandidaten für den Gemeinderat persönlich näher. Wie der eine oder andere Bürger, hatten auch die beiden Vorsitzenden Martin Frick (CDU) und Jürgen Kammerer (FWV) im Anschluss noch auf Fragen aus der Bürgerschaft und mehr Informationen zur Gemeindesituation gesetzt. Die blieben aber im Plenum aus. Den Grund vermuteten die Beiden in dem Vorstoß von Bürgermeister Daniel Heß, der als Moderator nur Fragen zu den vorgestellten Personen und keine zu gemeindepolitischen Inhalten gestattete. Schwerpunkte beider Seiten waren das Vertreten der Stettener Interessen im Planungsprozess B 31-neu, das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum für Jung und Alt, Gewerbeflächen für ortsansässige Kleinbetriebe und die Vereine.

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Immer im Wechsel stellten sich die Bewerber der beiden Gruppierungen vor. Unter den insgesamt zehn Aspiranten der Freien Wähler waren sieben neue Gesichter. Mit Lehrerin Maja Herrchen, Kunsttherapeutin Alexandra Somoza und Neubürgerin Sally Samantha Naumann gehen drei Frauen an den Start. Bei ihnen standen soziale und kulturelle Themen im Vordergrund. Orchestermusiker Thorsten Wenz, der auch die Vorstellung des abwesenden Fraktionskollegen Matthias Croon übernahm, forderte eine klarere Positionierung Stettens im Zuge der B 31 neu-Planung. Auf der Agenda des 76-jährigen Hans-Peter Mönch steht Seniorenbetreuung ganz oben. Dem 39-jährigen Spitzenkandidat Wolfgang Heinz ist die Kommunikation zwischen den Gewerbetreibenden ein Anliegen. Jürgen Kammerer war die B 31-neu ebenfalls so wichtig, dass der amtierende Rat und stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft B 31 noch einmal kandidiert. Ebenfalls wiedergewählt werden, wollen die Ingenieure Klaus Horn und Tobias Heiß. Horn möchte die Jugendarbeit stärken und altersgerechten Wohnraum umsetzen, Heiß sieht die Umsetzung der U3-Betreuung als Herausforderung und will Gewerbe anzulocken.

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Bei der CDU-Fraktion gehen mit Erzieherin Nicola Barth, Rechtsanwalt Martin Frick und Luft- und Raumfahrttechniker Sebastian Kolbe drei erfahrene Gemeinderäte ins Rennen. Neu auf der CDU-Liste stehen Betriebswirtin und Krankenschwester Claudia Keller, Diplomingenieur Markus Moßmann und Elektromeister Thomas Kopp. Neubürgerin Keller plädierte für ein „Gesundheitsnetzwerk für den Gemeindeverbund“. Narrenmutter Kopp trat wie Moßmann dafür ein, die Geschäfte wie Bäcker und Metzger vor Ort zu erhalten und Baugebiete zu schaffen.

Till Bruzek hätte gerne mehr Hintergrundinformation bekommen.
Till Bruzek hätte gerne mehr Hintergrundinformation bekommen. | Bild: Martina Wolters

Das zahlreich erscheinen der Stettener zeigt sicher das große Interesse an der Gemeindepolitik. Für politische Informationen blieb in den Schlag auf Schlag folgenden Referaten kaum Zeit. Till Bruzek beispielsweise hätte gerne mehr Auskünfte über Finanzen, das Gewerbesteueraufkommen oder die U3-Betreuung bekommen. „Wie man solide haushaltet und gleichzeitig zukunftsorientiert arbeitet“, darüber hätte der 34-Jährige gerne etwa von den Kandidaten erfahren: „Viel überrascht wurde ich heute nicht.“ Jungwähler Lars Reichert wäre ebenfalls gerne überrascht worden. Ihm gefiel die Veranstaltung „grundsätzlich gut“. Allerdings haben ihm Alternativen und Ideenvorschläge gefehlt, so der 17- Jährigen.

Jungwähler Lars Reichert vermisste das Überraschungsmoment.
Jungwähler Lars Reichert vermisste das Überraschungsmoment. | Bild: Martina Wolters

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