Im Fokus steht dabei insbesondere, einem Wildwuchs im Ferienwohnungsbereich entgegen zu wirken. Eine Richtschnur fehlt bislang für das Gebiet. Ein Bebauungsplan soll Abhilfe schaffen. Unisono stimmte der Gemeinderat deshalb am Montagabend für den vom Gögginger Ingenieurbüro Wahl erstellten Bebauungsplanentwurf "Kirchstraße-Süd".

Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange sollen in das Bebauungsplanverfahren einbezogen werden. Die gleichzeitig um ein Jahr verlängerte Veränderungssperre ist laut Verwaltung erforderlich, um bis zum Abschluss des Bebauungsplanverfahrens "Umnutzung und Neubau von unverhältnismäßig vielen Ferienwohnungen im Plangebiet zu unterbinden". Der von Diplomingenieur Harald Wahl präsentierte Entwurf legt unter anderem maximal vier Ferienwohnungen je Gebäude fest. Doppelhäuser werden dabei wie ein Bau gewertet. Pro Gebäude dürfen außerdem nicht mehr als 50 Prozent der Wohnfläche als Feriendomizil verwendet werden. Die Bettenzahl von Ferienunterkünften lässt sich nicht per Bebauungsplan regeln, sagte der Planer auf die Frage von Nicola Barth. (CDU). Auch den Vorstoß von Margarete Kaplan (FW), die Entwurfsplanung auf ein entstehendes Mehrfamilienhaus zu übertragen, musste Wahl mit Verweis auf Bestandsschutz verneinen.

 

Maximal 40 Prozent der Grundfläche dürfen bebaut werden

 

Die maximale Grundflächenzahl wird im Entwurf auf 0,4 gesetzt, sodass lediglich 40 Prozent der Grundfläche bebaut werden können. Der Planer hat das gesamte Gelände analysiert und entsprechend der jeweiligen Umgebungsbebauung in vier Bereiche unterteilt. Der östliche Bereich WA1 sei sehr markant mit Nachkriegsbauten nebst kleinen Grundstücken und steilen Dachneigungen bestückt. In WA2 in der Mitte des Planungsbereichs sind es die flacheren Satteldächer mit hohen Traufen, die ins Auge springen. Hin zur Ortsmitte für den Berech WA3 sprach Wahl von deutlich ausgeprägten Traufhöhen sowie Doppelhaus- und verdichteter Bebauung. WA4 im westlichen Bereich werde von einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus dominiert, daher sollen hier auch zukünftig bis zu drei Vollgeschosse erlaubt sein. Im übrigen Planungsareal wären höchstens zwei Vollgeschosse gestattet.

Bei Trauf- und Gebäudehöhe wie auch der Dachneigung gibt es je nach Lage unterschiedliche Vorgaben. So liegt die festgesetzte Traufhöhe bei WA1 bei höchstens 6,50 Meter, bei WA2 und WA3 bei 7 Meter und bei WA4 bei maximal 9,50 Meter. Die Gebäudehöhen werden in Abhängigkeit der Dachneigung berechnet. Im westlichen Planbereich WA4 sind entsprechend der Umgebung verschiedene Dachformen möglich, in den übrigen Bereichen ausschließlich Satteldächer. "Wir setzen genau das an, was wir wollen: Bestand halten und maßvolle Erweiterung zulassen", lobte Bürgermeister Daniel Heß den Plan.