Kräftig unterstützt vom Stettener Kindergarten fand am Montag der symbolische Spatenstich für die geplante Betreuungseinrichtung für zehn Kleinkinder unter drei Jahren statt. Die U3-Einrichtung soll dann 2020 starten und dem gesetzlichen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr genüge tun. Bürgermeister Daniel Heß betonte, es seien ausschließlich hiesige Unternehmen eingebunden. Was die Zuschussplanung anging, bedauerte er, dass es vonseiten des Bundes 40 000 Euro weniger geben werde, als bisher geplant.

Bauprojekt insgesamt bei 1,1 Millionen Euro

Die Kindergartenkinder legten nicht nur selbst Hand an mit ihren mitgebrachten Schaufeln, sondern trugen auch das passende Lied vor. „Lange mussten wir drauf warten, doch nun geht es endlich los“, sangen sie und ihre Erzieherinnen fröhlich. Schließlich sollen sie von dem mit 1,1 Millionen Euro kalkulierten Bauprojekt ebenfalls profitieren. In einem zweiten Bauabschnitt sollen sie zusammen mit den benachbarten Grundschülern eine Mensa bekommen. Anschließend folgt der Umbau ihres Domizils, des bestehenden Kindergartens.

Heimische Betriebe beauftragt

Bürgermeister Daniel Heß richtete das Wort direkt an die Kinder und sprach von ihnen als „Hauptattraktion“ bei dem für die kleine Gemeinde besonderen Ereignis. Heß freute sich, dass der Bau von Betrieben aus der unmittelbaren Umgebung umgesetzt wird. Die Erdarbeiten führt die Owinger Firma Villieber aus. Das Bauunternehmen Wolfgang Müller aus Hagnau zeichnet für den Rohbau verantwortlich und die Firma Holzbau Schmäh übernimmt die Holzarbeiten. Die Statikplanung geht auf das Konto der Uhldinger IGU Tragwerksplanung. Das ortsansässige Architekturbüro Krauss steht für Entwurf und Bauleitung.

Daniel Heß, Bürgermeister: „Wir hoffen jetzt auf den Ausgleichsstock.“
Daniel Heß, Bürgermeister: „Wir hoffen jetzt auf den Ausgleichsstock.“ | Bild: Wolf-Dieter Guip

Einen Wermutstropfen hatte Heß bei den Zuschüssen zu vermelden. Aus dem Topf des Investitionsprogramms des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung fließen demnach nur 135 000 Euro. Das seien 40 000 Euro weniger als vorher anvisiert. Auch, wenn nach Fertigstellung der Baumaßnahme die verlängerten Öffnungszeiten in ein Ganztagsbetreuungsangebot umgewandelt werden und eine Mensa für alle entsteht, würden nur die neu entstehenden Plätze in die Förderung eingerechnet, wie Hauptamtsleiterin Daniela Warnkönig erläuterte. „Wir hoffen jetzt auf den Ausgleichsstock“, unterstrich der Bürgermeister. Im Jahresinterview war er von Zuschusszahlungen aus Fachförderung und Ausgleichsstock von rund 580 000 Euro ausgegangen. Die seien dringend erforderlich, sagte Heß. Gleichzeitig betonte er die rechtliche Vorgabe. „Wir müssen das machen.“

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Wie notwendig der Krippenbau ist, fasste eine der anwesenden Kindergartenmütter zusammen. Manche Berufstätige warteten dringend darauf, dass sich endlich etwas in Richtung Kleinstkindbetreuung bewege. „Jetzt nimmt es endlich konkrete Form an“, befand Stettenerin Tanja Schmidt, Mutter zweier Kinder. „Das Dorf wächst und der Bedarf steigt“, ist sie überzeugt. Auch der Bürgermeister bezeichnete die Dorfentwicklung als positiv. Waren es im Jahr 2000 noch 985 Einwohner, zählt die Gemeinde nunmehr 80 Bewohner mehr. „Wir müssen schauen, dass wir Wohnraum schaffen“ meinte Heß mit einem Seitenblick auf die andauernden Grundstücksverhandlungen für das Neubaugebiet „Hofacker“.

Entwicklung des Kindergartens

33 Jahre sind es her, dass Kinder im unteren Teil des Rathausgebäudes spielten und bastelten. 1990 bekamen sie ihr eigenes Kindergartenhaus in der Schulstraße. 27 Kinder werden dort aktuell von Kindergartenleiterin Sonja Schembera, ihrer Stellvertreterin Natalie Gerhards und den Erzieherinnen Hannah König und Elena Wussler betreut. Sechs Kinder kommen aus anderen Gemeinden.

Seit August 2015 leitet Sonja Schembera den zwei-gruppigen Kindergarten der Gemeinde und wird auch die Leitung der neuen Krippe übernehmen.
Seit August 2015 leitet Sonja Schembera den zwei-gruppigen Kindergarten der Gemeinde und wird auch die Leitung der neuen Krippe übernehmen. | Bild: Martina Wolters

Derzeit gelten verlängerte Öffnungszeiten von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Mit der Fertigstellung der begonnenen Bau- und Sanierungsmaßnahme soll Ganztagsbetrieb von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr angeboten werden. "Bei uns haben Kinder die Wahlmöglichkeit, mit wem spiele ich, wann und wie lange", erläutert Schembra das offene Kindergartenkonzept. Sie steht der Einrichtung seit Mitte 2015 vor und soll später auch den neuen U3-Bereich leiten. Was Schembra besonders freut: "Es ist schön, dass die Gemeinde offen ist für Inklusionskinder."