Stetten – Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Stetten gibt ihrer Führungsmannschaft 100-prozentiges Vertrauen. Bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stetten standen Wahlen an für den Kommandant, den Stellvertretenden Kommandanten, die Schriftführerin, ein Ausschussmitglied und einen Kassenprüfer.

Während die Kommandanten in geheimer Wahl gewählt wurden, wurden die anderen Posten in offener Abstimmung besetzt.

Neu gewähltes Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Stetten (von links): Kommandant Dagobert Heß, Bürgermeister Daniel Heß, Stellvertretender Kommandant Till Bruzek, Schriftführerin Franziska Trunz und Ausschußmitglied Thomas Kopp.
Neu gewähltes Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Stetten (von links): Kommandant Dagobert Heß, Bürgermeister Daniel Heß, Stellvertretender Kommandant Till Bruzek, Schriftführerin Franziska Trunz und Ausschußmitglied Thomas Kopp. | Bild: Mardiros Tavit

Nach fünf Jahren Dienst als Kommandant erhielt Dagobert Heß alle Stimmen für eine Fortsetzung seiner Amtsführung. Nach zehn Jahren trat Thomas Hopp aus familiären Gründen nicht mehr als Stellvertretender Kommandant an. Sein Posten musste neu besetzt werden.

Neuer Stellvertretender Kommandant wurde Till Bruzek. Er bekam in geheimer Wahl alle Stimmen seiner Kameraden. Auch die folgenden Posten wurden einstimmig besetzt. Franziska Trunz bleibt weiter Schriftführerin der Wehr.

Thomas Kopp wurde neu als Ausschussmitglied gewählt. Neuer Kassenprüfer ist Michael Kellerknecht. Als Wahlaufsicht fungierte Kreisbrandmeister Hennig Nöh.

Bürgermeister Daniel Heß zeigte Respekt vor den Wahlergebnissen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass mit einer so großen Einigkeit gewählt wird. Das sehe ich als Zeichen der Kameradschaft“, kommentierte er die Wahlen.

Neuaufnahmen in der Freiwilligen Feuerwehr Stetten (von links): Amelie Heß, Bürgermeister Daniel Heß, Lena Kopp, Patrick Werner, Kerstin Kleiner und Maik Locke.
Neuaufnahmen in der Freiwilligen Feuerwehr Stetten (von links): Amelie Heß, Bürgermeister Daniel Heß, Lena Kopp, Patrick Werner, Kerstin Kleiner und Maik Locke. | Bild: Mardiros Tavit

Kommandant Dagobert Heß blickte zuvor auf ein ereignisreiches Jahr zurück. „Es hatte Höhen und Tiefen, lustige und traurige Momente“, begann er seine Rede.

Seine Statistik führte über 100 Termine für die Feuerwehr auf: „Die Feuerwehr war jeden dritten bis vierten Tag im Ehrenamt unterwegs“. Bei den 37 Übungen, davon vier auf Kreis- und Landesebene, kamen 1238 Arbeitsstunden zusammen.

Weitere 344 Stunden wurden bei den 29 Alarmierungen im Jahr 2018 geleistet. „Wir haben sieben Personen gerettet, und mussten leider zwei Tote bergen“. Ausschusssitzungen fanden keinen Niederschlag in der Stundenaufrechnung. Nur ein Drittel der Einsätze waren Brandeinsätze. Zwölf Einsätze waren technische Hilfeleistungen.

Besonders freute sich Heß über die Neuzugänge und begrüßte sie traditionell per Handschlag. Amelie Heß und Lena Kopp kamen aus der eigenen Jugendfeuerwehr und wurden in den aktiven Dienst übernommen.

Mit Hubert Weber zog ein ausgebildeter Feuerwehrmann nach Stetten und verstärkt nun die Wehr. Kerstin Kleiner, Maik Locke und Patrick Werner konnten über die Mitgliederanwerbung gewonnen werden. Sie sind aktuell in der Grundausbildung.

Insgesamt hat die Stettener Wehr 37 Feuerwehrleute im aktiven Dienst, davon sind sechs Frauen. In der Kinder- und Jugendfeuerwehr sind 14, neun Jungs und fünf Mädchen. Acht Feuerwehrkameraden bilden die Altersmannschaft.

Ehrungen in der Freiwilligen Feuerwehr Stetten (von links): Kommandant Dagobert Heß, Tobias Heiß, Bürgermeister Daniel Heß, Till Bruzek (15 Jahre), Kreisbrandmeister Henning Nöh, Christina Mayr (15 Jahre), Thomas Hopp (15 Jahre) und Bernhard Müller (Kreisfeuerwehrverband Ehrenkreuz in Bronze).
Ehrungen in der Freiwilligen Feuerwehr Stetten (von links): Kommandant Dagobert Heß, Tobias Heiß, Bürgermeister Daniel Heß, Till Bruzek (15 Jahre), Kreisbrandmeister Henning Nöh, Christina Mayr (15 Jahre), Thomas Hopp (15 Jahre) und Bernhard Müller (Kreisfeuerwehrverband Ehrenkreuz in Bronze).

Für 15-jährigen aktiven Dienst wurden Christina Mayr, Thomas Hopp, Tobias Heiß und Till Bruzek mit dem neuen Silbernen Ehrenzeichen des Landes geehrt. Bernhard Müller bekam für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz das Ehrenzeichen in Bronze des Kreisfeuerwehrverbandes.

"Mittelfristig einer harten Belastungsprobe"

Kommandant Dagobert Heß über die Probleme der Tagesalarmverfügbarkeit:

Herr Heß, immer wieder in Brandschutzbedarfsplänen die Tagesalarmverfügbarkeit angemahnt. Was muss der Laie darunter verstehen?

Dahinter stecken mehrere Themen, welche die Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr beschreiben. Hintergrund sind Kriterien, die im Einzelfall in Abhängigkeit des Notfallbildes auf Basis von Vorgaben erfüllt werden müssen. Danach muss zehn Minuten nach der Alarmierung eine Feuerwehr mit dem richtigen Einsatzmitteln, wie Fahrzeug und Gerätschaften, mit der erforderlichen Anzahl an qualifizierten Einsatzkräften am Notfallort sein.

Es müssen also gleich zwei Komponenten erfüllt sein?

Ja. Eine zeitliche und mit der Mannschaftsstärke eine Kapazitätskomponente. Die Einflussgröße auf die zeitliche Komponente ist im Alarmfall insbesondere die Anfahrtszeit der Einsatzkräfte zum Feuerwehrhaus, die werktags im Wesentlichen durch die Entfernung des Arbeitsorts bestimmt wird. Genau hier liegt der Knackpunkt. Bedingt durch den Strukturwandel gibt immer weniger Arbeitsplätze im Ort. Die freiwilligen Kräfte müssen dann von außerhalb kommend längere Anfahrtswege in Kauf nehmen.

Haben sie eine Modellrechnung für die Einsatzbereitschaft?

Die Stettener Wehr hat im Einsatzfall vom Feuerwehrhaus zum Einsatzort eine Anfahrtszeit von drei Minuten. Zwei Minuten werden zum Umziehen und Ausrüsten benötigt. Somit bleiben fünf Minuten für die Anfahrt vom Arbeitsplatz zum Feuerwehrhaus. Die Landwirte, die in der Nähe vom Dorf arbeiten, gibt es nicht mehr, und die Studierten arbeiten weiter weg als fünf Minuten.

Welche Lösung haben sie für diese Herausforderung?

Neben der Mitgliedergewinnung zur Erhöhung der verfügbaren Mannschaftsressourcen begegnen wir auf der organisatorischen Ebene der Problematik. So wird zum Beispiel die Alarm- und Ausrückordnung im werktäglichen Zeitfenster von 6 bis 18 Uhr angepasst. Auch sind gemeindefremde Feuerwehrressourcen bereits bei der Erstalarmierung vorgesehen.

Wie beurteilen sie diese Situation ganz persönlich?

Als überzeugter Ehrenamtlicher bin ich mir sicher, dass durch dieses Dilemma das Prinzip "ehrenamtliches Engagement" mittelfristig einer harten Belastungsprobe unterzogen wird.

Fragen: Mardiros Tavit