Eine, wie er sagte, „noch nie so schlechte Prognose“ hat Revierförster Rolf Geiger in Bezug auf den Sipplinger Gemeindewald abgegeben. Angesichts der Trockenheit und Wärme und dem damit verbundenen starken Borkenkäferbefall in diesem Jahr hofft er, dass es im kommenden Jahr wieder feuchter im Wald zugehen möge. „Über die Hälfte des diesjährigen Holzeinschlages haben wir allein dem Borkenkäfer zu verdanken “, sagte er als Resümee für den 189 Hektar großen Wirtschaftswald, als es im Gemeinderat um den letztlich verabschiedeteten Waldwirtschaftsplan ging. „Die Folge war ein miserabler Preis für das Holz.“ Als Beispiel nannte er den Preis für Fichtenstammholz, der vor zwei Jahren noch bei knapp 100 Euro pro Festmeter gelegen habe, jetzt aber nur noch zwischen 25 und 35 Euro betrage. Geiger: „Die Kassenlage ist deswegen etwas traurig.“

Verlust voraussichtlich 11 900 Euro

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Nicht nur aus diesem Grund rechnet der Leiter des Überlinger Amts für Grünflächen, Umwelt und Forst für kommendes Jahr mit einem Verlust von 11 900 Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 8000 Euro zu verbuchen war. 1150 Festmeter Holz sollen nächstes Jahr laut dem zehnjährigen Forsteinrichtungsplan eingeschlagen werden, wodurch inklusive der Erschließung Einnahmen von 61 000 Euro erwartet werden. Demgegenüber stehen kalkulierte Ausgaben von 72 900 Euro, was einen prognostizierten Verlust von 11 900 Euro ergibt. Ein halbes Hektar Fläche soll neu bepflanzt werden, auf zwei Hektar ist Jungbestandspflege geplant und auf 3,5 Hektar werden Sträucher, Gras und anderer Begleitbewuchs entfernt (mechanische Kultursicherung).

Holzpreis könnte wieder leicht steigen

Geiger sagte weiter, dass die Sägeindustrie wieder frisches Holz benötige, um gute Ware zu erzeugen, weshalb der Preis für Holz wohl bald wieder etwas anziehen dürfe. „Es wird aber nicht so schnell wieder an die alte Größe herankommen, und infolgedessen müssen wir kleine Brötchen backen.“ Aber nicht nur der Holzpreis mache dem Forstbetrieb zu schaffen, sondern infolge von Borkenkäfer- und Sturmholz entstünden auch Kahlflächen. „Diese müssen bepflanzt werden, und die Pflanzen müssen nachher gehegt und gepflegt werden. Das sind Kosten, die so nicht geplant waren“, sagt Geiger. „Und die belasten den Betrieb natürlich zusätzlich.“ Wie es um die Wirtschaftslage im Wald künftig bestellt sei, hänge ganz von der Witterung der nächsten Monate ab.

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