Sipplingen – Es ist vollbracht: Nach rund dreijähriger Bauzeit ist die Sanierung des Rathauses abgeschlossen. „Das neue Rathaus ist unser neues Juwel von Sipplingen und stellt die Kombination zwischen Historie und Moderne dar. Es ist somit ein klares Statement, in welche Richtung sich die Gemeinde Sipplingen aufgemacht hat“, sagt Bürgermeister Oliver Gortat. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 4¦295¦000 Euro brutto. Darin enthalten sind die Sanierung des Rathauses und Rathauskellers, neue Möblierung (78¦519 Euro), Medientechnik (44¦825 Euro), Baunebenkosten sowie Außenanlage im Bereich des neuen Haupteinganges (rund 120¦000¦Euro). Demgegenüber stehen rund 2¦515¦080¦Euro Fördergelder (Landessanierungsprogramm, Denkmalpflege und Ausgleichsstock). Dies bedeutet, dass rund 1¦779¦920¦Euro von Seiten der Gemeinde getragen werden.

Bereits im September 2012 war dem Gemeinderat klar, das etwas getan werden muss. „Das Rathausgebäude ist uns sehr lieb und teuer. Wir sind verpflichtet, uns dem Gebäude zu widmen“, sagte der seinerzeitige Bürgermeister Anselm Neher. Im Oktober drei Jahre später gab er zu: „Es braucht Mut dazu, dieses große Vorhaben anzugehen.“ Die im Sommer 2017 begonnenen Sanierungsarbeiten sollten ursprünglich nur rund zwei Jahre dauern, doch verzögerte sich die Bauzeit infolge verschiedener Umstände. So nahm zum einen der Abstimmungsprozess mit dem Landesdenkmalamt Zeit in Anspruch, zum anderen wurden immer mehr Schäden und gravierende statische Mängel festgestellt, weshalb zusätzliche Arbeiten unvermeidlich waren. Viele Schäden wurden erst offenbar, nachdem der Putz abgeschlagen und Zimmerdecken heruntergenommen worden waren.

Im Frühjahr 2017 zog das Rathausteam in die Burkhard-von-Hohenfels-Schule um. Ursprünglich wollte das Rathausteam um den damaligen Bürgermeister Anselm Neher im Gebäude bleiben. Die Untersuchungen hatten aber ergeben, dass dies nicht in Betracht kam. Eine vorübergehende Unterbringung in Containern wurde aus Kostengründen verworfen, ebenso diejenige im ehemaligen Bahnhof.

Im oberen Dachgeschoss sind aufgrund des einst undichten Dachs oder infolge von Schädlingsbefall in Mitleidenschaft geratenes Holz an Wänden und Deckenbalken ausgewechselt und erneuert worden. „Insgesamt befand sich der Dachstuhl in relativ gutem Zustand“, sagte Architekt Nils Kolberg im Mai 2018. Die drei Büros im Obergeschoss, wie dasjenige von Gortat, werden als solche wieder genutzt. Unter anderem wurden hier die Fenster neu gemacht, da hier mehr Feuchtigkeit, als es eigentlich sein sollte, eingedrungen war. Der größte Teil der Verwaltung ist ins Erdgeschoss umgezogen, um bürgernah und barrierefrei erreichbar zu sein. Deshalb war eine interne Erschließung mittels einer neuen Treppe erforderlich. Das Treppenhaus ist mit zwei neuen Treppen versehen worden, damit vom Erdgeschoss die Obergeschosse durchgehend verbunden werden – zusätzlich zum Aufzug. Ein zweiter Fluchtweg führt jetzt aus dem Bürgersaal über das Erdgeschoss nach außen.

Im Erdgeschoss, dem Bereich der ehemaligen Arztpraxis, wurden in mehreren Abschnitten insbesondere alte, fast vollständig zerstörte Eichenbalken erneuert. Hier sind der Empfangsbereich mit Bürgerbüro, Ordnungsamt, Gemeindekasse und Kämmererbüro sowie barrierefreiem WC und der Aufzug zum Obergeschoss entstanden. Änderungen hat es auch beim Keller geben, dessen vorderer Bereich bislang nur zur Fastnacht oder Dorffest geöffnet war. Der Raum steht jetzt vollständig für gelegentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Zudem soll der Rathausplatz unterjährig belebt werden.

Die Sanierung

Das Rathaus wurde 1669 als Rat- und Schulhaus erbaut. Aufgrund der Sanierung entspricht es jetzt den neuesten Erfordernissen für Sicherheit und Publikumsverkehr. Besonders infolge seiner gefährdeten Statik musste das zweieinhalbgeschossige Haus saniert und teilweise umgebaut werden. Auch eine energetische Sanierung ist vorgenommen worden, um Betriebskosten zu senken. Außerdem ist ein Fahrstuhl eingebaut und ein zweiter Fluchtweg aus dem Bürgersaal errichtet worden. Die Kosten betragen rund 4,3¦Millionen Euro. Die Gemeinde erhält dafür Zuschüsse von 2,5 Millionen Euro. Der Umzug der Verwaltung erfolgte vor zwei Wochen. Der Termin für die offizielle Einweihung ist noch offen. (hk)

Im Sitzen und im Stehen arbeiten

Der Rathauskeller ist ausgebaut worden. Welche Veranstaltungen hier künftig stattfinden können und sollen, ist aber noch nicht geklärt.
Der Rathauskeller ist ausgebaut worden. Welche Veranstaltungen hier künftig stattfinden können und sollen, ist aber noch nicht geklärt.

Sipplingen (hk) Die Gemeindeverwaltung hat vor zwei Wochen ihren Umzug von der Burkhard-von-Hohenfelsschule vorgenommen und ihre neuen Räumlichkeiten im sanierten Rathaus bezogen. Ohne Anmeldung sind die Türen ab sofort am Montag von 7.30 bis 12.30 Uhr, am Dienstag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 12.30 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. Allerdings ist das Rathaus nach telefonischer Abstimmung oder per E-Mail auch außerhalb dieser Zeiten zugängig.

Ganz neu ist, dass der Eingang sich jetzt an der südlichen Seite, sprich beim Zugang der ehemaligen Arztpraxis befindet. Der ehemalige Haupteingang über die Stufen dient ab sofort nur noch als Notausgang. „Dies bedeutet, dass der Zugang in das Rathaus ausschließlich über den neuen Eingang möglich ist“, teilte Bürgermeister Oliver Gortat mit.

Er begrüßt es sehr, dass der Gemeinderat die Vorteile der neuen Möblierung erkannt und diese genehmigt hat. „Somit konnten alle Bildschirmarbeitsplätze beispielsweise mit zeitgemäßen und modernen Möbeln ausgestattet werden, die ausreichend Raum für wechselnde Arbeitshaltungen vorsehen“, sagt der Verwaltungschef.

So ermögliche beispielsweise die Ausstattung des Arbeitsplatzes mit einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch – ein Schreibtisch, bei dem man die Höhe elektrisch verstellen und so im Sitzen sowie im Stehen arbeiten kann – einen Haltungswechsel, was der Gesundheit der Rathausmitarbeiter und –mitarbeiterinnen wieder zugutekommt. Gortat: „Ein ergonomischer Arbeitsplatz muss heutzutage Standard sein – denn nur gesunde und motivierte Mitarbeiter sind auch leistungsfähig.“

Die neue moderne Medientechnik im Bürgersaal wird es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, die Sitzungen des Gemeinderates an einem größeren Bildschirm sowie auch die Kommunikation der Gemeinderäte mit Hilfe einer Lautsprecheranlage besser verfolgen zu können. Coronabedingt finden jedoch vorerst bis Ende des Jahres die Zusammenkünfte des Gemeinderates noch in der Turn- und Festhalle statt.

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